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Kapelle in Schilksee : Kruber verwundert über Kostenzusage der Stadt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Streitfall Kapelle: In Schilksee soll ein Gebäude an den Air-France-Absturz 2009 über dem Atlantik erinnern. Die Stadt hat zugesagt, die laufenden Kosten zu tragen – ohne Ratsbeschluss.

Eine gut 120 Quadratmeter große und etwa fünf Meter hohe Kapelle auf einer rund 27.000 Quadratmeter umfassenden Wiese erregt weiterhin die Gemüter vieler Schilkseer. Eine Erinnerungskapelle zum Gedenken an die Opfer des Air-France-Flugzeugabsturzes über dem Atlantik 2009, zu denen auch der in Kiel geborene und auf Gut Seekamp in Schilksee aufgewachsene Architekt Moritz Kock gehörte. Am Sonnabend kamen trotz des widrigen Wetters etliche Gegner und einige wenige Befürworter der Kapelle zum Ortstermin mit Stefan Kruber, Vorsitzender der CDU-Ratsfraktion und Oberbürgermeisterkandidat seiner Partei. Neben baurechtlichen Bedenken – der Standort liegt in einem Landschaftsschutzgebiet – bemängeln die Gegner vor allem, dass nicht nach Alternativstandorten gesucht worden ist und die mangelnde Bürgerbeteiligung. Zudem fehlt dem Bau – nach dem Entwurf des berühmten brasilianischen Architekten Oscar Niemeyer – ihrer Meinung nach auch jeglicher Kiel-Bezug. Sie fühlen sich von Bürgermeister Peter Todeskino vor vollendete Tatsachen gestellt. „Zweieinhalb Jahre nach ersten Gesprächen mit dem Thema an die Öffentlichkeit zu gehen, ist nicht akzeptabel“, so Anwohner Martin E. Mokrus.

Ortsbeiratsvorsitzender Christoph Holst mahnte zur Sachlichkeit und verwies auf die Info-Veranstaltung im Februar, die Unsicherheiten bei Bürgern und Ortsbeirat vielleicht ausräumen könne. Stefan Kruber steht dem Projekt, einen Niemeyer-Bau nach Kiel zu holen, grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber, bemängelt aber auch die fehlende Transparenz für die Bürger sowie die Kostenzusage der Stadt für die Unterhaltung, ohne dass es dafür einen Ratsbeschluss gibt. Auch die baurechtlichen Bedenken der Kritiker teilt er. „Ich kann mir auch nicht erklären, wie man ohne nachvollziehbare Suche nach Alternativstandorten ausschließlich auf diesen Standort kommt. Dieser Platz sollte die letzte Möglichkeit darstellen, wenn keine Alternativen möglich sind“, so Kruber. Er plädiert für ein ergebnisoffenes Verfahren mit breiter Bürgerbeteiligung, zum Beispiel in Workshops, um eventuelle Alternativen zu finden.

Laut Dietrich Onnasch, einem der wenigen Befürworter, soll das Landschaftsschutzgebiet erhalten bleiben; der Bau der Kapelle bliebe eine Ausnahme im öffentlichen Interesse. Er sieht die Kapelle als „Geschenk für Schilksee“. Die Kapellengegner äußern ihre Bedenken auch am Donnerstag in der Ratsversammlung.

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erstellt am 13.Jan.2014 | 08:21 Uhr

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