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Kiel Inklusiv : Krach-Mach-Tach: Es wird wieder laut

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Deutschlands größte inklusive Parade geht wieder an den Start: Am 23. Juni verschaffen sich Menschen mit Behinderung und ihre Unterstützer Gehör.

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erstellt am 30.Mai.2017 | 12:10 Uhr

Wenn es darum geht, auf die Pauke zu hauen, sind die Kieler Krach-Macher jedes Jahr ganz vorn mit dabei. Am Freitag, 23. Juni, mitten in der Kieler Woche, sorgt der Krach-Mach-Tach für und von Menschen mit und ohne Behinderung zum achten Mal in der Landeshauptstadt für Furore. Aber in diesem Jahr warten die Veranstalter – die Landesregierung und der Sozialverband Schleswig-Holstein sowie diverse „Mit-Macher“ – mit einigen Neuerungen im Programm auf.

Der Krach-Mach-Tach startet traditionell mit Deutschlands größter inklusiver Parade: Der Umzug mit viel Lärm und Musik beginnt 13.45 Uhr auf dem Wilhelmplatz und geht weiter über die Eckernförder und die Möllingstraße, den Exerzierplatz, den Martens- und den Lorentzendamm sowie den Schlossgarten bis zur Jungen Bühne im Ratsdienergarten. Dr. Ulrich Hase, Landesbeauftragter für Menschen mit Behinderung, erklärte: „An dem Umzug nehmen jedes Jahr mehrere hundert Menschen teil, die vorher ihre Krachmacher gebaut haben.“ Darum sei der Prozess vor dem Krach-Mach-Tach genauso wichtig wie der Tag selbst, „weil Menschen mit und ohne Behinderung etwas zusammen schaffen.“ Krachmacher sind Musik-Instrumente, Gegenstände oder eigene Konstruktionen, die nur ein Ziel haben: Lärm oder Musik zu machen. Denn der Krach-Mach-Tach soll Menschen mit und ohne Behinderung Gehör verschaffen und ein Bewusstsein in der Gesellschaft für das Thema Inklusion vermitteln. „Und die Kieler Woche“, sagt Ulrich Hase, „da sind viele Menschen, da ist viel Bewegung – also mittendrin. Das ist Inklusion.“

Zwischen 600 und 100 Menschen haben bisher jedes Jahr an dem Umzug teilgenommen, inklusive der Kieler-Woche-Besucher, die sich angeschlossen haben, erzählt Hase. Mit Zebra Hein Daddel, dem Maskottchen des THW Kiel, führt in diesem Jahr noch dazu ein prominenter Gast die Parade an.

Parallel findet auf der Jungen Bühne ein Programm mit Comedian Tan Caglar und den gehörlosen Rappern LaRapul, vor allem aber der Bandcontest statt. Friedrich Rabe, 1. Vorsitzender des Krach-Mach-Tachs: „Es sind fünf inklusive, kreative Gruppen. Die Bewertung wird nicht so leicht.“ Mit einer Band aus München hat der Krach-Mach-Tach-Bandcontest erstmals auch bundesweite Strahlkraft. Die Parade der Krachmacher endet gegen 14.30 Uhr an der Jungen Bühne mit der Siegerehrung des erfolgreichsten oder ausgefallensten Krach-Machers sowie des Bandcontest-Gewinners und mit Preisen bis zu jeweils 1000 Euro.

So lustig der Krach-Mach-Tach für die Beteiligten sein mag, hat er dennoch eine ernsthafte Botschaft. Sven Picker, stellvertretender Landesvorsitzender des Sozialverbands Deutschland, betonte den Stellenwert dieses Tages: „Wir wollen eine inklusive Gesellschaft und an diesem Tag wird daran erinnert, wie weit wir bis jetzt gekommen sind und wo wir noch hin wollen.“ Denn eines dürfe nicht vergessen werden, sagte Picker: „Wir kommen überall voran, aber es ist auch jedes Mal ein zähes Ringen um Überzeugung.“

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