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Flohmarkt : Kontrolle mit Fingerspitzengefühl

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Für Ulrich Diederichs als Marktleiter begann gestern wieder die Flohmarkt-Saison. Der Routinier schaut, ob die Bestimmungen eingehalten werden, setzt im Zweifelsfalle bei der Kontrolle auf gesunden Menschenverstand.

Mit dem Frühling beginnt auch die Saison für Flohmarktmeister Ulrich Diederichs. Am frühen Sonntagmorgen drehte er mit seinen Kollegen erstmals in diesem Jahr wieder seine Runde. Insgesamt 600 Stände wurden in der Innenstadt aufgebaut, Tausende von Schnäppchenjäger waren unterwegs.

Diederichs ist erfahren, seit 1978 ist er als Aufsicht auf den Flohmärkten der Stadt unterwegs, seit 26 Jahren als Marktmeister. Anfangs war der Markt noch bei weitem nicht so groß wie heute. Angefangen hat alles auf dem Rathausplatz, erklärt der Chefaufseher. Über Fleethörn und Willestraße breiteten sich die Stände in den Folgejahren bis zum Asmus-Bremer-Platz aus.

Ist in der Scheide, die auf einem der Tische liegt, wirklich kein Messer? „Bei Waffen sind wir pingelig, auch Zierwaffen sind nicht gestattet. Uns ist wichtig, dass die Flohmarkt-Satzung eingehalten wird“, betont der Ordnungshüter und zieht das Papier aus seiner Jackentasche. Dort steht auch, dass es verboten ist, Neuware zu verkaufen. „Wenn ein Tisch voll damit ist, muss der Händler sofort abbauen“, sagt Diederichs. Vor einigen Jahren hatte jemand auf dem größten Flohmarkt Schleswig-Holsteins Kanarienvögel verkauft, das wäre heute nicht mehr möglich.

Die Regeln werden akzeptiert, zu größeren Konflikten kommt es selten. Überhaupt flanieren die Besucher in ruhiger und gelassener Stimmung an den 600 Verkaufstischen vorbei.

Diederichs hält sich dezent im Hintergrund. Er tritt nur dann in Erscheinung, wenn es wirklich nötig ist, und versprüht dabei Leidenschaft, obwohl er schon seit den frühen Morgenstunden den Aufbau beobachtet hat. Wenn er die Verkäufer darauf hinweist, dass Tischbeine nicht an Bäume gelehnt werden dürfen und die Grünflächen frei bleiben müssen, versucht er um „Verständnis zu werben“. Diese Art der Kommunikation und die Tatsache, dass die Standgebühren seit 15 Jahren stabil sind, danken ihm die Verkäufer. 5 Euro kostet jeder Frontmeter.

Bei seiner Arbeit wird er von vier Kassierteams aus drei Leuten unterstützt. Einer kassiert, der zweite quittiert und der dritte schaut, ob alles ordnungsgemäß aufgebaut ist. Von den Einnahmen werden Personal und Reinigungskosten bezahlt. Fingerspitzengefühl beweist Diederichs auch bei Kindern, die auf Decken ihr Spielzeug verkaufen. Auf dem nördlichen Rathausplatz blockiert ein solcher „Stand“ einen Teil der Feuerwehrzufahrt. „Abwägungssache“, urteilt Diederichs. Und im Ernstfall wäre die Decke wohl in wenigen Sekunden zusammengerafft.  

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erstellt am 03.Apr.2016 | 18:10 Uhr

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