Kölner Generalvikar Heße wird neuer Hamburger Erzbischof

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23. Januar 2015, 10:52 Uhr

Der Generalvikar des katholischen Erzbistums Köln, der 48-Jährige Stefan Heße (Foto), wird offenbar neuer Erzbischof von Hamburg. Das berichtet der „Kölner Stadtanzeiger“ unter Berufung auf rheinische Kirchenkreise. Das Erzbistum Hamburg, zu dem auch Schleswig-Holstein gehört, wollte den Bericht gestern nicht bestätigen, lud allerdings für Montag in den Mariendom der Hansestadt ein. Dort soll um 12 Uhr mittags, zeitgleich mit der Verkündung in Rom, ein Nachfolger für den im März 2014 in den Ruhestand getretenen Erzbischof Werner Thissen bekanntgegeben werden.

Dass es sich bei dem Kandidaten um einen Auswärtigen handelt, legt indes auch die Einladung des Erzbistums nahe: Da sich der neue Erzbischof nicht vor Ort befinde, könne eine Pressekonferenz erst am Dienstag stattfinden. Die Wahl eines Bischofs geschieht in der katholischen Kirche stets unter Ausschluss der Öffentlichkeit: Da für das Erzbistum Hamburg das preußische Konkordat von 1929 gilt, konnten alle Bistümer im Gebiet des ehemaligen Staates Preußen Vorschläge nach Rom senden. Daraus stellte der Vatikan dann eine Dreierliste zusammen. Aus dieser Dreierliste musste das aus sieben Geistlichen bestehende Hamburger Domkapitel dann einen Kandidaten wählen, der anschließend vom Papst bestätigt wurde.

Heße gilt im Rheinland als liberal und aufgeschlossen. Als Generalvikar verantwortete er die Offenlegung des Immobilienvermögens der Erzdiözese. Heße verfügt zudem über Erfahrungen in der Leitung eines Bistums: Als der Kölner Kardinal Joachim Meißner Anfang 2014 in den Ruhestand trat, verwaltete Heße das Erzbistum, bis der Berliner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki an den Rhein zurückkehrte. Mit letzterem hatte Heße auch selbst zusammengearbeitet: Von 1997 bis 2003 wirkten beide am bischöflichen Priesterseminar Collegium Albertinum in Bonn – Heße als Dozent, und Woelki als Direktor.

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