Wohnungsbau und Mieten : Koalition begrüßt Wunschliste der Sozialverbände

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Auf den Appell von vier Sozialverbänden zu den Aufgaben der künftigen städtischen Wohnungsbaugesellschaft reagiert die Koalition von SPD, Grünen und FDP im Kieler Rathaus weitgehend mit Wohlwollen. „Unnötig“ allerdings ist die Personaldebatte.

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18. Oktober 2018, 18:15 Uhr

Mieterbund, Sozialverband, der Paritätische und das Bündnis für bezahlbaren Wohnraum hatten für einen Fachmann mit ausgewiesener Sozialkompetenz plädiert: „Auf keinen Fall darf ein altgedienter Politiker die Leitung übernehmen.“

Für Astrid Leßmann (SPD), Arne Langniß (Grüne) und Christina Musculus-Stahnke (FDP) steht rückblickend fest: „Die privaten Investoren haben vor allem den sozialen Wohnungsbau aus dem Blick verloren. Darum muss die Stadt neue Impulse auf dem Wohnungsmarkt setzen.“ Die künftige Wohnungsgesellschaft (Kiwog) verstehe sich als Impulsgeber für vernachlässigte Segmente.

Auch die Koalition plädiert für das städtische Vorkaufsrecht bei Immobilien. Ziel sei die Schaffung und die Bereitstellung von bezahlbarem Wohnraum. Das falle schon deshalb leichter, weil private Investoren gemeinhin mit 25 Jahren für die Amortisation ihrer Investitionen kalkulieren, die Stadt hingegen mit 50 Jahren. Die Erwartung, die neue Wohnungsbaugesellschaft müsse über mindestens zehn Prozent der Kieler Wohnungen verfügen (etwa 13 000 Einheiten), sei „verständlich“. Allerdings müsse man einen realistischen Kompromiss aus dem finanziell Machbaren und dem wohnungspolitisch Erforderlichen finden.

Stadtrat Gerwin Stöcken wünscht sich währenddessen eine Mitverantwortung aller Akteure auf dem Wohnungsmarkt an der Förde, um die Situation gerecht und sozial zu gestalten. „Der angespannte Wohnungsmarkt macht es erforderlich, eine Verantwortungsgemeinschaft zu bilden. Auch die Vermieter sind gefordert, sich entsprechend zu verhalten. Wohnraum ist ein sehr hohes Gut, Marktmechanismen alleine sind nicht ausreichend.“

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