Kieler Woche : Kleinkunst, Klassik und Kroko-Spieße

Nachtblick auf den Internationalen Markt: In diesem Jahr fehlt der Türkei-Stand, dafür ist Südafrika neu dabei.
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Nachtblick auf den Internationalen Markt: In diesem Jahr fehlt der Türkei-Stand, dafür ist Südafrika neu dabei.

Kamelgulasch, Zebrafleisch im Brötchen oder Krokodil am Spieß: Der Internationale Markt lockt wieder mit exotischen Speisen an 34 Ständen. Die Stadt wirbt zudem für Kleinkunst und Events wie das Stefan Gwildis-Konzert.

shz.de von
28. Mai 2015, 06:02 Uhr

Ulf Kämpfer freut sich schon jetzt auf die Lapplandwaffel. Kiels Oberbürgermeister verspricht den Gästen des 38. Internationalen Markts aber nicht nur kulinarische Klassiker, sondern auch eine geschmackliche Entdeckungsreise während der Kieler Woche. Krokodil am Spieß mögen Freunde exotischer Speisen schon vom Ruanda-Stand kennen. Doch in diesem Jahr steht auch Zebrafleisch im Brötchen auf der Speisekarte – und das hat nichts mit den Kieler Handballprofis vom THW zu tun, von den Fans Zebras genannt. Zum ersten Mal ist Südafrika dabei. Dort gilt das Fleisch als Delikatesse.

Ob finnischer Feuerlachs, koreanischer Kimchi oder böhmische Buchteln: Wer noch nicht aufs Ganze gehen möchte, für den bieten viele der 34 Stände auf dem Rathausmarkt vom 20. bis 28. Juni auch Probierportionen an. Sogar ein paar kostenlose Häppchen soll es geben. Köche aus Ländern der ganzen Welt wie Australien, Frankreich, Großbritannien, Irland, Nepal, Portugal, Spanien, Sri Lanka,Tschechien und USA stellen ihre landestypischen Gerichte vor. Nach einer Pause öffnen in diesem Jahr auch Peru und Südkorea wieder ihre Stände. Und wer bei all den Gaumenfreuden durstig geworden ist, der kann sich die vielfältigen Aromen von argentinischem Mate-Tee, indischem Rosen-Lassi, äthiopischem Kaffee oder auch mexikanischem Hibiskuswasser auf der Zunge zergehen lassen.

Ein bewährter Stand wird allerdings fehlen: Der Stammgast Türkei konnte, wie berichtet, aufgrund von Formfehlern im Bewerbungsverfahren nicht zugelassen werden. Auch eine Initiative mehrerer Fraktionen der Ratsversammlung konnte die Teilnahme nicht retten. „Wir überlegen, ob wir den Partnerstädten Kiels eine privilegierte Präsentation auf dem Internationalen Markt anbieten können“, sagte Oberbürgermeister Kämpfer. Das werde rechtzeitig für die Kieler Woche 2016 geklärt sein. Kiel pflegt unter anderem freundschaftliche Beziehungen zu den türkischen Städten Samsun und der Metropolregion Hatay.

Begleitet wird das kulinarische Angebot von Folkloredarbietungen, Kunsthandwerk und einem Musikprogramm auf der Rathausbühne. Allein 500 Künstler aus den verschiedenen Nationen zeigen ihr Können. Neue Wege geht indes das Classic-Open-Air dieses Jahr. Wo sonst Rockmusik zu den klassischen Tönen der Kieler Philharmoniker erklang, lässt diesmal Musikgröße Stefan Gwildis seine Soul-Stimme wirken.

Insgesamt 145 Stunden lang kostenfreie „Unterhaltung to go“, wie Ulf Kämpfer ankündigt, versprechen 20 Kleinkunst-Gruppen und Solisten bei 230 Auftritten auf der Straße. Dabei sind bewährte Darsteller wie der Kieler-Woche-Matrose Harald Roos, aber neu auch das Duo „Pico Bello“: Sie werden als lebender Arizona-Kaktus in einem Riesen-Blumentopf mit Gießkanne auf Stelzen für Lacher sorgen. Im Hiroshimapark am Kleinen Kiel – abseits des Kieler-Woche-Trubels – lassen Figurentheater aus ganz Deutschland die Puppen tanzen.

Noch 24 Tage bis zur Kieler Woche. Der Countdown läuft. Alle Infos zur Kieler Woche 2015 auch auf unserer Dossierseite.

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