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Kleiner Kiel: Die Algenpest ist zurück

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Im Mai 2012 überwucherten Algen den Teich / Jetzt wachsen sie wieder / Schilf und Röhricht sollen sie bekämpfen / Verschönerung geplant

shz.de von
erstellt am 15.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Kiel | Genau ein Jahr ist es her, dass ein schleimiger, grün-gelber Teppich aus Fadenalgen den bekannten Stadt-Teich "Kleiner Kiel" in der City überwucherte. Das war nicht nur ein optisches Problem, sondern durch den Sauerstoffmangel auch für andere Gewässer-Pflanzen und Fische eine Gefährdung. Seit ein paar Tagen nun geht es wieder los. Die Algenpest ist zurück. Im Rathaus ist man ratlos - denn einen Grund für das massive Wachstum, das für diese Jahreszeit als zu früh angesehen wird, ließ sich noch nicht finden.

Im vergangenen Jahr war das Grünflächenamt der Stadt noch davon ausgegangen, dass bei nicht sachgemäß ausgeführten Arbeiten in der Kanalisation Spülwasser mit Sedimenten in das Wasser des "Kleinen Kiels" geleitet worden war. In den Sedimenten befinden sich Silikate, die das Wachstum der Algen anregen. Nun muss nach einer neuen Ursache geforscht werden.

Und nicht nur das - die Stadt will auch handeln. Am Dienstag nach Pfingsten kommt ein so genanntes Mäh-Boot zum Einsatz, das den Teppich von der Oberfläche pflücken und zum Ufer schieben soll. "Da müssen wir jetzt sofort ran, das ist akut", sagte Pressesprecher Arne Gloy gestern auf Nachfrage. "Vermutlich werden wir das öfter wiederholen müssen, da die Algen ja erst einmal weiterwachsen."

Neu ist die Fadenalge in Kiel indes nicht. Bereits vor zwölf Jahren war beim Bau der Emil-Lueken-Brücke Sand in den Stadt-See gelangt - mit demselben Ergebnis. Auch deshalb sucht die Stadtverwaltung nach einer Lösung, die das Problem bei den Wurzeln packt. Auf längere Sicht soll die Wasserqualität insgesamt verbessert werden - und zwar ökologisch. Mit einem Gürtel aus Röhricht sowie schwimmenden Pflanzeninseln mit Stauden wie Iris und Schwertlilie sollen nicht nur Phosphate aus dem Wasser gezogen, sondern auch die lästigen Kanada-Gänse ferngehalten werden. Denn die rasten im Sommer gern auf den Wiesen am Teich - und verkoten den Rasen.

Pressesprecher Arne Gloy: "Wenn alles nach Plan läuft, dann werden die ersten Pflanzen noch vor der Kieler Woche gesetzt." Über den Sommer solle die Begrünung erprobt werden. Die Kosten von etwa 312 000 Euro seien gesichert - das Geld kommt aus Ausgleichstöpfen.

Auch die Aufenthaltsqualität der Besucher soll verbessert werden. Das Grünflächenamt der Stadt hat bereits konkrete Pläne für eine Verschönerung der Naherholungs-Anlage präsentiert. Für rund 2,2 Millionen Euro, so die grüne Vision, sollen Rasentreppen, Bänke, ein Bogensteg mit abendlicher Beleuchtung sowie Boots-Stege inklusive Verleih entstehen und das Gebiet insgesamt aufwerten. "Das ist allerdings ein großer Wurf und noch nicht politisch beschlossen", erklärte der Stadtsprecher.

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