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Kleine Musiktalente auf großer Bühne

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

104 Mädchen und Jungen bei „Jugend musiziert“ in Kiel / Zwischen Lampenfieber und Elternstolz: Unsere Zeitung hat vier Teilnehmer begleitet

shz.de von
erstellt am 01.Feb.2016 | 06:04 Uhr

Früh am Sonntagmorgen erklangen die ersten Tonleitern in der Kieler Musikschule: Kurz nach 8 Uhr war es, als Musiklehrerin Anne Gayed ihre beiden Schützlinge Josefine Voget (9) aus Fockbek und Amelie Raschke (11) aus Westerrönfeld auf den großen Tag am Cello vorbereitete. „Ihr spielt eine schöne C-Dur-Tonleiter“, motivierte sie die beiden aufgeregten Mädchen. Möglichst gerade sollten sie streichen – aber auch mit einem gewissen Schwung. Josefine und Amelie waren an diesem Wochenende zwei von insgesamt 104 Teilnehmern des 53. Regionalwettbewerbs „Jugend musiziert“ in Kiel.

Seit drei Jahren spielt Josefine Voget Cello, angeregt durch ihre musikalische Familie. „Eigentlich wollte ich immer Geige spielen, wie meine Mutter“, erzählte die Neunjährige. Aber dann habe sie das Cello ausprobiert und sei dabei geblieben: „Ich habe gemerkt, es macht mir Spaß.“ Sie übt fast täglich – um bei „Jugend musiziert“ gut abzuschneiden. Ambitionen zeigt auch die etwas ältere Amelie Raschke. „Nach Weihnachten habe ich ganz stark angefangen zu üben“, berichtete die Elfjährige, die nach den Worten ihres Vaters mit dem Cello schon allein vor 300 Leuten aufgetreten ist – „eine echte Rampensau“, sagte Papa Helmut Raschke (61) anerkennend: „Was sie macht, macht sie mit unglaublichem Ehrgeiz und Freude.“ Für Josefines Mutter Friederike Voget (38) war es wichtig, dass ihre Tochter den Tag nicht nur als Prüfung erlebt: „Ich wünsche mir, dass sie die Musik für’s Leben hat – und Spaß dabei.“

Um 9 Uhr ging es los – Vorspiel vor drei Juroren. Während Josefine fünf kürzere Stücke etwa von Gretchaninoff und Schaffrath präsentierte – hinterher strahlte sie ihre Eltern an – wagte sich Amelie, die bereits seit fünf Jahren Cello spielt, auch an anspruchsvollere Werke. Vivaldi, Kabalewski, Bréval. Im ersten Satz sei sie ein bisschen schnell geworden, so Amelie später, „aber das ist halt so in der Aufregung“, tröstete Musiklehrerin Anne Gayed.

Bereits am Sonnabend hatte Liam Ulfig (9) aus Eckernförde seine Klavier-Künste gezeigt. Seit seinem sechsten Lebensjahr spielt er, war „von Anfang an sehr gut“, sagte seine Klavierlehrerin Katharina Krieger aus Kiel, die auch die Idee mit dem Wettbewerb hatte. Liam hoffte natürlich auf ein Weiterkommen in den Landeswettbewerb. Klar war er aufgeregt – „zumindest ein bisschen“. Begleitet auf der Querflöte von Victoria Baden (10) aus Heikendorf spielte er Werke von Mozart, Vanhal, Shekov und Járdányi. Das harmonische Zusammenspiel zeigte, dass sich das fast tägliche Üben in letzter Zeit gelohnt hatte.

Auf ein Weiterkommen hoffte auch Lotta Hansen (11) aus Neumünster. Sie kam durch Geschwister, die Querflöte spielen, vor vier Jahren zu diesem Instrument. Und das, obwohl sie seit fünf Jahren Klavier und auch noch Volleyball spielt – „in der Landesauswahl“, wie Vater Jörg Hansen betonte. Begleitet am Klavier von Antonia Mante (12), ebenfalls aus Neumünster, sollte die Jury mit Werken von Donizetti und Jules Mouquet überzeugt werden. Ergebnisse standen bis Redaktionsschluss nicht fest.

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