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Wasserlandschaft vor der Tür : Klares Plädoyer für den Kiel-Kanal

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Familienstiftung Ahlmann steht hinter den ehrgeizigen Plänen der Stadt, an der Holstenbrücke ein großes Wasserbecken anzulegen. Der Stiftung gehört der Gebäudekomplex auf der Nordseite. In vier Jahren soll der Kiel-Kanal stehen. Er könnte Impulse für die gesamte Innenstadt geben.

shz.de von
erstellt am 04.Nov.2014 | 20:25 Uhr

Oberbürgermeister Ulf Kämpfer und seine Stadtplaner erhalten namhafte Unterstützung für das Millionenprojekt „Kleiner Kiel-Kanal“. Die Familienstiftung Dr. Wilhelm Ahlmann verspricht sich eine Aufwertung der gesamten Innenstadt. Der Stiftung gehört mit dem Gebäudekomplex zwischen Holstenstraße und Kehdenstraße ein Filetstück an der Holstenbrücke – also genau in dem Areal, das in vier Jahren Uferzone des erwünschten Wasserbeckens sein soll.

Peter Ahlmann (72), Landwirt in Fargau in der Probstei und Urenkel des Stiftungsgründers (siehe Extra-Info), empfindet die gegenwärtigen Zustände an der Holstenbrücke als unangenehm. Es ist laut an der Straße, die Fahrzeuge haben nach seinen Worten oft ein sehr hohes Tempo drauf, und überhaupt handelt es sich meist um Durchgangsverkehr. Damit begegnet er Einwürfen einiger ansässiger Kaufleute, die die Erreichbarkeit ihrer Geschäfte mit dem Auto befürworten. Ausdrücklich lobt Peter Ahlmann die Landeshauptstadt dafür, dass die Stiftung seit Jahren schon als Gesprächspartner für den Kiel-Kanal eingebunden ist.

Das kann sein Neffe Cay Ahlmann (45), der Vorsitzende des Verwaltungsrates und damit der Sprecher der Stiftung, nur bestätigen. Ob nun Oberbürgermeister Ulf Kämpfer, Bürgermeister Peter Todeskino oder überhaupt das städtische Planungsamt – die Familienstiftung fühlt sich mit ihren Wünschen für die Zukunft an der Holstenbrücke gut aufgehoben. „Der Standort ist eine Keimzelle der städtischen Entwicklung“, betont er.

Cay Ahlmann, Landwirt wie sein Onkel, ist CDU-Gemeindevertreter in Sehestedt. Er findet es schade, dass sich die Union in Kiel bislang gegen das Projekt Kiel-Kanal sperrt, während SPD und Grüne es forcieren. „Wir möchten Brücken bauen“, wünscht sich Cay Ahlmann einen politischen Dialog. Immerhin habe die Planung ja auch handfeste wirtschaftliche Facetten.

Peter und Cay Ahlmann sind überzeugt, dass das erhoffte Ja zum Kiel-Kanal überall in der Altstadt Investitionen freisetzen würde. Auch sie selber denken daran, ihren Gebäudekomplex grundlegend zu modernisieren und den neuen Bedingungen anzupassen. Sprich: beispielsweise den zugigen Durchgang gleich neben der Holstenstraße abzuschaffen und am künftigen Ufer des Kiel-Kanals eine „schöne Gastronomie“ anzusiedeln.

Die beiden Ahlmann-Vertreter verweisen auch auf das Wirken des Stiftungsgründers Wilhelm Ahlmann, der seinerzeit viele Impulse gegeben hatte: für den Bau des Nord-Ostsee-Kanales, für die Gasversorgung, die Eisenbahn und das Postwesen. Peter Ahlmann wörtlich: „Der Kiel-Kanal wäre in seinem Sinne gewesen.“



Im Porträt: Wilhelm Hans Ahlmann



Wilhelm Hans Ahlmann (1817 bis 1910) war Politiker, Zeitungsverleger und Bankier. Der Universitätsprofessor gehörte zu den führenden Köpfen der Schleswig-Holsteinischen Erhebung 1848/1850 gegen die dänische Vorherrschaft. Nach dem Scheitern musste er die Universität verlassen und sich andere Beschäftigungsfelder suchen. Er gründete 1852 das Bankhaus Wilhelm Ahlmann – das Haus steht heute noch am Kleinen Kiel – und 1864 die Kieler Zeitung.

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