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Siebte Nacht der Kirchen : „Kirche darf auch Spaß machen“

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Bei der siebten Nacht der Kirchen geht es um das Motto „Ich...!“ Gemeinden aus Kiel und Umgebung haben ein buntes Programm vorbereitet, das sich um den individuellen Glauben und die Reformation dreht.

shz.de von
erstellt am 13.Sep.2017 | 11:26 Uhr

Unter dem Motto „Ich...!“ laden die Kirchengemeinden in Kiel und Umgebung am morgigen Freitag zur 7. Nacht der Kirchen ein. Ab 19 Uhr öffnen 24 Kirchen ihre Türen zu 25 Veranstaltungen rund um Glauben und Reformationsjubiläum.

Das Motto ist dabei nicht als Aufruf zu Egoismus zu verstehen. „Es geht vielmehr um die Wertschätzung des Individuums“, so Pastor Dr. Wilko Teifke vom Kirchenkreis Altholstein. „Es geht auch darum, das eigene Ich ein bisschen mehr zu entdecken.“ Auf eine bestimmte Bibelstelle ist das Motto dieses Jahr nicht gemünzt. Zur Reformation schlägt es jedoch eine Brücke. „Es geht in diesem Jahr auch um das Frei-Sein“, sagt Teifke. „Das ist eine Grundthese der Reformation: Der Mensch ist vor Gott frei.“

Bei den Veranstaltungen wird es aber nicht um hochtheologische Vorträge zum Reformationsgedanken gehen. Vielmehr ist das Programm von Abwechslung und lebendigen Formaten geprägt. „Kirche darf auch Spaß machen“, sagt Teifke. „Die Besucher sollen überrascht werden und die bekannten Orte in einem neuen Licht entdecken.“ So findet in der Lukaskirche beispielsweise um 21 Uhr ein Poetry-Slam statt, bei dem vier Künstler unter 20 Jahren ihre Gedanken zu dem Motto „Ich..!“ vortragen und in einer zweiten Runde Texte zu selbst gewählten Themen präsentieren. Schon ab 19 Uhr kann zudem eine Graffiti-Ausstellung in der Kirche bestaunt werden. Die bunten Bilder entstanden im Rahmen eines Workshops. Dazu werden alkoholfreie Cocktails und Fingerfood gereicht. Selbst kreativ werden können die Besucher in der St. Gabriel Kirche unter dem Titel „Ich...und mein Holz“. Angelehnt an einen Pop-Song der Musikgruppe 257ers werden Holzworkshops angeboten, bei denen nach Herzenslust gezimmert werden kann. Musikalisch wird ebenfalls einiges geboten. Über einen Mitmach-Chor und Orgelkonzert bis hin zu einer Schlagernacht in der St. Matthäus Gemeinde ist alles dabei. Beginn ist um 19 Uhr mit einer Andacht, im Anschluss darf das Tanzbein geschwungen werden. Einen gemeinsamen Abschluss findet die Nacht der Kirchen bei einer Taizé-Andacht in der Jakobi-Kirche um 23 Uhr. Bis auf eine Aktion sind alle Angebote kostenfrei. Die Ausnahme bildet die Vorführung des Stummfilms „Luther“ und einer Live-Orgelimprovisation in der St. Nikolai Kirche. Der Eintritt kostet 10 Euro, das Konzert beginnt um 21 Uhr.

Mit rund 4000 Besuchern rechnen die Veranstalter in diesem Jahr. Das kulturelle Angebot soll vor allem auch jene Menschen ansprechen, die nicht jeden Sonntag in die Kirche gehen. Besonders 30- bis 50-Jährige werden von der Nacht der Kirchen angezogen. „Das freut uns besonders, weil uns diese Gruppe im Alltag oft fehlt“, erklärt Pastorin Teelke Wischtukat von der Emmaus Kirchengemeinde Kiel.

>Programm und Informationen gibt es unter www.nachtderkirchen-kiel.de.

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