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Blau : Kieler-Woche-Plakat: „Zurück zur See“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Grafiker aus Berlin, Leipzig und Paris haben beim Plakatwettbewerb zum größten Volksfest Nordeuropas mitgemacht. Gewonnen hat das Plakat des Designer-Büros „Zwölf“, dass mit seinen facettenreichen Blautönen die Jury überzeugte.

Blau in all seinen Facetten – so sieht das Siegerplakat für die Kieler Woche 2015 aus. Stefan Guzy und Björn Wiede vom Design-Büro „Zwölf“ überzeugten die Fachjury mit dem Entwurf „Zurück zur See“. Insgesamt hatte das Gestalterteam aus Berlin-Kreuzberg drei Entwürfe eingereicht – alle in den Farben Weiß und Blau, ganz ohne Segel und große Schrift.

Stefan Guzy: „Für uns als Gestalter war es eine besondere Situation, denn viele Grafiker vor einem haben schon an diesem Thema gearbeitet.“ Rund hundert Entwürfe haben sie „wieder in die Tonne getreten“, darunter auch zahlreiche mit Segeln. Kurz vor Abgabeschluss haben sie es „gewagt“: „Wir haben uns darauf besonnen, was die Veranstaltung eigentlich ausmacht und wollten mit unserem Entwurf das Sinnliche, die Sehnsucht zum Meer betonen und das Maritime zurückholen.“ 30 gekachelte Rechtecke hat ihr Siegerentwurf. Doch die Grundidee ist größer, erklärt Guzy: „Es gibt fast 500 verschiedene Namen für Blautöne im Deutschen. Je nach dem, was bedruckt oder produziert werden soll, kann man immer andere Raster verschiedenster Blautöne aufziehen, so dass ein Unikat entsteht.“

Was war ausschlaggebend für die Jury-Entscheidung, bestehend aus Fach- und Sachjuroren? Professor Bernard Stein, ständiger Gutachter, erklärt: „Noch nie in der Geschichte der Kieler Woche wurde das Thema Blau so umfangreich umgesetzt, wie in diesem Jahr.“ Er lobte den Raum für Interpretationen, den der Entwurf erlaubt. Stein: „Wir sind es mittlerweile gewohnt, unseren Teil an Phantasie mit einzubringen. Wir wollen gar nicht mehr alles vorgekaut bekommen. Dieser Entwurf fordert den Betrachter auf, mitzukommen und eigenen Assoziationen freien Lauf zu lassen: ein Lichtreflex auf der Wasseroberfläche, die Tiefe oder Zartheit bei jedem Wetterumschwung.“

Auch die Vorjahressieger Thomas und Martin Poschauko sind glücklich mit „dem poetischen Entwurf“: „Die Einigung war eine mutige Entscheidung, da die Typografie auf dem Plakat sehr klein ist. Aus Künstlersicht: Wir würden uns das Plakat gern an die Wand hängen.“ Nach ihrem bunten, bewegten Vorjahresentwurf – dem asiatischen, expressiven Gebirge, wie es Professor Stein kurz bezeichnete, sei es nachvollziehbar, dass in diesem Jahr etwas weniger Kunsthandwerkliches gewonnen hat.

Den Siegern fehlten gestern Mittag die Worte, als ihn Stadtpräsident Hans-Werner Tovar anrief, um ihm die frohe Botschaft zu verkünden. Tovar freute sich über die Entscheidung der Jury: „Mit diesem Plakat gehen wir völlig andere Wege als bisher. Ich gebe zu, dies war auch mein Favorit.“ Der Entwurf „Zurück zur See“ war auch der Favorit der beiden Berliner. Allerdings hätten sie diesem Entwurf den Sieg am wenigsten zugetraut, „weil sich in der Vergangenheit oft illustrativere Plakate durchgesetzt haben“, so Guzy. Das Besondere an diesem Wettbewerb für die Berliner: „Man wird aufgefordert, ein Plakat für eine Veranstaltung zu entwerfen, die eigentlich gar keines braucht, aufgrund ihres Bekanntheitsgrades. Das macht es so spannend. Neben den rund 10 000 Euro, die Kiel zum einen für die Umsetzung, zum anderen für den Rechteabkauf bezahlt, sei der größte Gewinn dieses Wettbewerbs, zu den Besten zu gehören, wie die Vorjahressieger bestätigten. Thomas Poschauko: „Das ist der begehrteste Plakatwettbewerb im deutschsprachigen Raum und ein echter Türöffner.“


Alle Entwürfe von Grafikern aus Berlin, Leipzig und Paris sind unter www.kieler-woche.de zu sehen.

 

 

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erstellt am 04.Sep.2014 | 04:41 Uhr

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