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Sicherheitskonzept : Kieler Woche muss sicher sein

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Bernd Triphahn (51) sorgt seit mittlerweile zehn Jahren für die Sicherheit auf Norddeutschlands größtem Fest. Insgesamt werden rund 120 bis 180 Polizisten aus Kiel, Plön und Eutin zusätzlich in der Landeshauptstadt im Einsatz sein.

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erstellt am 04.Apr.2014 | 04:21 Uhr

Menschen mit panischen Gesichtern, die sich mit letzter Kraft versuchen, am Geländer hochzuziehen. Leblose, abgedeckte Körper in einer Unterführung. Kerzen- und Blumenmeere am Tag danach. Die Bilder der bisher größten Katastrophe bei einer Loveparade aus Duisburg 2010 gingen um die Welt. So etwas soll bei Nordeuropas größter Festwoche in Kiel vermieden werden. Deshalb hat die Stadt Kiel gemeinsam mit der Polizei und Feuerwehr seit 2011 ein Sicherheitskonzept für die Kieler Woche. „Es gab schon immer Sicherheit auf der Kieler Woche. Wir haben mit dem Konzept nur zu Papier gebracht, was wir von den Mitveranstaltern erwarten“, sagt Christian Riediger vom Kieler-Woche-Büro. „Damit werden alle Beteiligten in die Pflicht genommen“, ergänzt Bernd Triphahn.

Elf große Veranstaltungflächen gibt es zur Kieler Woche in der Innenstadt: Angefangen beim Internationalen Markt, über das Hörngelände, die NDR-Bühne, Alter Markt, Asmus-Bremer-Platz, Reventlouwiese beim Landeshaus, Bootshafen, Citti im Schloßgarten, das Bayernzelt an der Kiellinie und Schilksee. Die Veranstalter auf diesen Flächen müssen in ihrem Konzept neben den Anprechpartnern für Polizei, Feuerwehr und Stadt mögliche Szenarien in Notsituationen und deren Lösungsverhalten schildern. Die Stadt, bei der die Konzepte von allen bis Mitte April eingereicht werden müssen, prüft gemeinsam mit Verantwortlichen der Polizei und Feuerwehr, ob dies auch funktioniert. Doch nicht nur auf dem Papier sind die Vorkehrungen für die Sicherheit entscheidend – während des Aufbaus und der Kieler Woche überprüfen Mitarbeiter der Stadt sowie der Polizei regelmäßig, ob die gemachten Auflagen auch eingehalten werden.

Bernd Triphahn ist bereits im zehnten Jahr für die Sicherheit auf der Kieler Woche zuständig. „Das ist meine Veranstaltung. Das größte Volksfest Nordeuropas mit so vielen Menschen gemeinsam organisieren zu können, macht richtig Spaß“, sagt der Polizeihauptkommissar. Seitens der Polizei macht er den Job zusammen mit seinem Kollegen Olaf Olimsky. Als Vertreter der Polizei interessiert sie in erster Linie das Securitykonzept der Veranstalter. Alle angegebenen Sicherheitsdienste und deren Personal wird auf Eignung und Qualifikation hin überprüft – ebenfalls vom Gewerbeamt und auch vor Ort unangemeldet. „Vor Beginn der Kieler Woche laden wir die Sicherheitsdienste ein und stellen ihnen unser Konzept zur Bekämpfung von Rohheitsdelikten vor“, sagt Triphahn. Außerdem muss jeder Veranstalter von seiner Fläche einen Lageplan mit genauer Standbezeichnung machen, damit im Not- und Rettungsfall die Einsatzkräfte schnell wissen, wo sie gebraucht werden.

Insgesamt sind zur Kieler Woche 120 bis 180 Polizisten zusätzlich aus Kiel, Plön und Eutin im Einsatz – verteilt auf vier mobile Wachen und die Innenstadt. Auch die Anzahl der Streifenwagen wird nahezu verdoppelt. „Wir sind bei so einer Großveranstaltung auf die gute Zusammenarbeit mit den Sicherheitsdiensten angewiesen, damit beispielsweise Personen, die auf einer Fläche Ärger gemacht haben und einen Platzverweis kassierten auch bei der nächsten erkannt werden“, sagt Triphahn. Um aktuell reagieren zu können, treffen sich jeden Morgen während der Kieler Woche Verantwortliche von Polizei, Feuerwehr und Stadt zur Lagebesprechung. Schon im Vorfeld sammelt Triphahn Infos zu Programmen, geplanten Empfängen und erwarteten VIP’s, „um zu wissen, bei welcher Veranstaltung es einem besonderen Schutz bedarf“. Zusätzliche Herausforderung in diesem Jahr: Bundespräsident Joachim Gauck kommt zur Eröffnung, Künstler der Kategorie A sind angekündigt und an vielen Orten wird es Public Viewing geben. Triphahn: „Ich freue mich jedes Jahr auf zehn interessante Tage. Wenn die letzte Rakete vom Feuerwerk gezündet ist und alles friedlich war, fällt eine Last von den Schultern.“

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