Extrem-Weltreise : Kieler Weltenbummler: „Das war kein Urlaub“

Christoph Karrasch als Haka-Krieger in Neuseeland: Mit Laurence, Te Whawhanga und Chadwick (v.l.) übte er die Kunst des rituellen Tanzes der Maori.
Christoph Karrasch als Haka-Krieger in Neuseeland: Mit Laurence, Te Whawhanga und Chadwick (v.l.) übte er die Kunst des rituellen Tanzes der Maori.

Der Kieler Video-Blogger Christoph Karrasch (31) steht im Interview über seinen verrückten 10-Tages-Trip Rede und Antwort. Am Freitag kann man ihn bei einer Leseshowin einem Kieler Kino erleben.

shz.de von
04. Mai 2015, 06:04 Uhr

Von Haka-Kriegern ließ er sich in Auckland den rituellen Stammestanz der Maori beibringen. In Las Vegas trat Christoph Karrasch in einer Show des deutschen Magiers Jan Rouven auf. Ein Meerschweinchen zu verspeisen – darauf verzichtete der Kieler (31) in Lima dann doch lieber – und probierte das Paragliding über dem Pazifik aus. Weil er auf seiner Weltreise im Schnelldurchlauf – fünf Kontinente in zehn Tagen – im vergangenen Oktober (wir berichteten) aber nicht nur Spaß-Aufgaben erledigen wollte, spendete der Weltenbummler Waisenkindern in Nepal Kleider aus Neuseeland. Auf seinem letzten Stopp in Kapstadt half er beim Bau eines Gemeindezentrums in einem Township mit. Den Kopf voller Erfahrungen, hat der Reisejournalist ein Buch geschrieben, das am Freitag, 8. Mai, veröffentlicht wird. Am selben Abend präsentiert Karrasch eine multimediale Leseshow mit Filmen und Fotos in einem Kieler Kino. Vorab hat er Rieke Beckwermert einige Fragen beantwortet.

Herr Karrasch, von einer Weltreise träumen viele. Aber war der Trip in zehn Tagen eigentlich Urlaub – oder war das Arbeit?

Das war überhaupt kein Urlaub. Aber es war auch vorher klar, dass man sich mehr Zeit nehmen sollte für eine Weltreise. Es war super anstrengend. Ich kann übrigens nicht empfehlen, das nachzumachen. Die Vorbereitungen waren aufwändig, das Durchziehen hat Kraft gekostet – ich bin zwischendurch krank geworden – und die Umwelt findet es auch nicht so toll. Es ging mir aber darum, die Welt als großen Urlaubsort zu verstehen: Zehn Tage – was schafft man überhaupt und was bleibt?

Was bleibt denn hängen?

Die Intensität. Der Mix der Reise hat gut funktioniert. Dass ich das Buch schreiben konnte, in dem ich alles verarbeitet habe, ist das Nachhaltige an der Erfahrung. Ich bin stolz darauf. Auch die Aufgaben waren ausgewogen – es ging nicht nur um Adrenalin-Kicks, sondern auch in die Tiefe. Ich wollte etwas Gutes tun, zum Beispiel für die Kinder in Kathmandu, mit denen ich einen Erste-Hilfe-Kasten gebaut und Hausaufgaben gemacht habe. Ich habe inzwischen gehört, sie haben das Erdbeben überlebt, es geht ihnen soweit gut.

Muss man heutzutage solche extremen Touren machen, um Aufmerksamkeit zu bekommen?

Ich wollte schon immer ein Buch schreiben. Bei Absagen hört man von Verlagen dann oft als Begründung, der Markt sei gesättigt. Entweder man ist also prominent, oder die Reise ist extrem. Das funktioniert offensichtlich. Höher, schneller, weiter – ja, diese Superlative sind schon wichtig.

Sie waren in den ersten vier Monaten des Jahres erneut in Südafrika, dann in Argentinien, zuletzt in Nicaragua und Costa Rica. Wo geht’s als nächstes hin?

Ich trete aus familiären Gründen erst mal deutlich kürzer. Im Mai kommt unser zweites Kind zur Welt. Ich arbeite von zu Hause aus, entwickle neue Großprojekte, über die ich jetzt aber noch nichts verraten kann. Und Kiel ist ja auch schön. Wir leben in Friedrichsort, nahe am Wasser.

Leseshow aus dem Buch „#10 Tage – in zehn Tagen um die Welt“, erschienen bei Ullstein extra (256 Seiten mit Farbfotos, ISBN-13: 978-3864930287; 14,99 Euro) von und mit Christoph Karrasch: Freitag, 8. Mai, Eintritt: VVK 8 Euro / AK 10 Euro; Einlass: 20 Uhr. Beginn: 20:30 Uhr; VVK im Kino Filmtheater am Dreiecksplatz: Wilhelminenstr. 10, 24103 Kiel. Tel.: 0431/9828101.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen