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Interaktive Aktion : Kieler wagt kürzeste Weltreise der Welt

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Familienvater, Reisejournalist und Videoblogger Christoph Karrasch (30) fliegt im Oktober in zehn Tagen auf fünf Kontinente. Die Aktion ist interaktiv: Internetfreunde dürfen sich im August Aufgaben für ihn ausdenken.

shz.de von
erstellt am 02.Aug.2014 | 06:30 Uhr

Kiel | Einfach nur verrückt. Diesen Kommentar hört Christoph Karrasch häufig, wenn er erzählt, was er vorhat – auch von seiner Frau: Fünf Kontinente will er im Oktober besuchen, und zwar in zehn Tagen. Genau 240 Stunden stehen ihm für seinen Plan zur Verfügung. Der Kieler nennt es „die kürzeste Weltreise der Welt“. Verrückt finden sicher auch viele, dass der 30-Jährige sich die Zielorte nicht selbst ausgesucht hat. Karrasch ist Reise-Journalist und Blogger. Er hat seine „Follower“, also fremde Leute, die seine Idee im Internet verfolgen, entscheiden lassen, wohin er fliegt. Mitte August soll seine Aktion in die nächste Phase gehen: Dann dürfen die Facebook- und Twitter-Follower entscheiden, welche Aufgaben Karrasch erledigen muss: Show-Einlage in Vegas? Würstchen grillen im südafrikanischen Township? Soziales Projekt in Nepal? Karrasch wird zur Marionette seiner Fans. Und filmt sich dabei.

Fest stand zu Beginn nur: Mit dem Flug-Ticket wird er Richtung Westen fliegen, einmal um die Welt. Bedingung war auch, dass die Städte auf der Route gut zu erreichen sind. Die Mehrheit der Stimmen hat entschieden. 500 Votes, verteilt auf 186 Orte. „Es macht den Leuten offensichtlich Spaß, für Fremde eine Weltreise-Route zusammenzustellen“, meint Karrasch: „Ich hab aber mit einer Klassiker-Route gerechnet.“ Das sei es nun gar nicht geworden. Er nennt es einen „super Mix“. Erstes Ziel ist Lima in Peru. Von dort geht es weiter nach Las Vegas in den USA – schon eher ein klassisches Reiseziel, das Karrasch bereits kennt. Nächster Stop ist Auckland in Neuseeland. „Damit hatte ich gar nicht gerechnet“, gibt der Kieler zu. Die Stadt lag bei den Stimmen aber deutlich vor den Fidschi-Inseln oder Sydney. Sein Weg führt ihn schließlich über das exotische Katmandu (Nepal) ins südafrikanische Kapstadt. Auch wenn die „Mother City“ ein beliebtes Ziel ist, war Karrasch, der Südafrika schon besucht hat, noch nicht dort.

Natürlich haben auch einige Internetnutzer abwegige Reisestopps wie Luang Prabang in Laos oder Pjöngjang in Nordkorea genannt. Überrascht hat Karrasch, dass für eine Weltstadt wie New York nur zwei Mal gestimmt wurde. „Auch Bangkok und Rio lagen weit hinten“, berichtet der Reiseexperte, der früher als Redakteur beim privaten Radiosender Delta Radio gearbeitet hat, bevor er vor vier Jahren als freiberuflicher Reisejournalist durchstartete. Mit Erfolg. Äthiopien, Panama, Jordanien – den 30-Jährigen zieht es immer wieder in ferne Länder. Oft reist der Vater eines dreijährigen Sohns allein. Doch auch seiner Heimat ist Karrasch, der vor seiner Heirat Pfaff hieß, besonders verbunden. In einem Video, das bereits 30 000 Klicks erzielt hat, hat er den schönsten Ecken der Landeshauptstadt eine Liebeserklärung gemacht. „Kiel ist mein Hafen“, sagt er darum klipp und klar – „wenn auch nicht der beste Ausgangspunkt, wenn man fünf Stunden bis zum Frankfurter Flughafen braucht.“

Die Idee zu seinem neuesten Projekt hat Karrasch, wie er betont, schon seit vier oder fünf Jahren im Kopf, sie aber bisher nicht umgesetzt. „So was macht doch keiner, wegen dem Stress“, sagt er. Jetzt macht er’s doch, finanziert über das Honorar eines Buchvertrags. Auf Weltreise wollte Christoph Karrasch immer schon gehen, doch mit dem kleinen Kind? Nun also alles im Schnelldurchlauf. Dauer-Jetlag und Thrombose-Strümpfe nimmt Karrasch in Kauf.

Ein Tag Fliegen, ein Tag Aufenthalt. So lautet das Programm. „Von den 240 Stunden werde ich gut 90 Stunden im Flieger sein“, hat Christoph Karrasch nachgerechnet. In diesen Tagen steht also viel Planung an. Konsulate besuchen, Visa organisieren, Unterkünfte finden. Couchsurfing hat er sich vorgenommen. „So kommt man am ehesten mit Menschen in Kontakt, kann so tief wie möglich in die jeweilige Kultur des Landes eintauchen.“

> Wer mehr über Christoph Karrasch und seine Reise-Abenteuer im Internet lesen will, findet alles unter http://vonunterwegs.com/. Dort erklärt er auch in kurzen Videos, wie seine Aktion funktioniert und wie sich Follower beteiligen können.

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