Datenschutz-Training : Kieler Verwaltung mit Fake-Mails getestet – Lob vom Städteverband

Cyber-Attacken in Deutschland nehmen drastisch zu – dagegen trainiert die Stadt Kiel ihre Mitarbeiter mit Fake-Mails.

Cyber-Attacken in Deutschland nehmen drastisch zu – darum trainiert die Stadt Kiel ihre Mitarbeiter mit Fake-Mails.

Eine ungewöhnliche Datenschutz-Kampagne sollte die 3000 Beschäftigten der Stadt Kiel für Cyber-Attacken sensibilisieren.

shz.de von
22. Juni 2018, 13:33 Uhr

Kiel | Die Stadt Kiel hat ihren 3000 Mitarbeitern ohne Vorwarnung gefälschte Mails geschickt, um die Beschäftigten für Cyber-Attacken zu sensibilisieren. Bis zu 28 Prozent seien auf die Fake-Mails hereingefallen, hätten Links oder Anhänge geöffnet oder wollten sogar ihren Benutzernamen samt Passwort mitteilen, sagte ein Stadtsprecher am Freitag. Zuvor hatten die „Kieler Nachrichten“ darüber berichtet.

Im Auftrag der kommunalen Verbände sei das „Live Phishing Training“ als Pilotprojekt entwickelt worden. Alle Daten seien anonymisiert worden. Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD), der Personalrat und andere Mitbestimmungsgremien hätten grünes Licht gegeben. Es wurden drei gefälschte Mails verschickt – im vergangenen Oktober, im Dezember und zuletzt im April.

Ein Sprecher des Städteverbands Schleswig-Holstein begrüßte die Aktion. Die Bürger hätten Anspruch auf Datensicherheit in der öffentlichen Verwaltung. „Deshalb sind Simulationen, die die Aufmerksamkeit schärfen, die Sensibilität für Cyber-Attacken erhöhen und bei denen der Lerneffekt für die Beschäftigten im Vordergrund steht, grundsätzlich zu begrüßen.“ Das Vorgehen in Kiel habe für Schleswig-Holstein schon aufgrund der technischen Vorkehrungen für solche Aktionen Pilotcharakter. Der Datenschutzbeauftragte der Stadt Kiel, Andreas Amann, will auch in Zukunft auf diese Weise die Stadtverwaltung robuster gegen Angriffe aus dem Netz machen.

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