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Polizeibericht : Kieler Unfallzahlen auf Höchststand

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

2013 gab es deutlich mehr Unfälle mit Kindern, Senioren und Radfahrern aber weniger Unfälle wegen Trunkenheit am Steuer. 80 Prozent aller Unfälle sind Blechschäden und werden nicht weiter erfasst. 1328 Personen wurden bei 7502 Unfällen verletzt, vier starben.

shz.de von
erstellt am 17.Apr.2014 | 04:30 Uhr

Es ist der höchste Stand seit zehn Jahren: 7502 Verkehrsunfälle hat die Polizei allein in der Landeshauptstadt registriert. Das entspricht dem Landestrend mit einem Zuwachs von 3,3 Prozent. 1328 Personen wurden dabei verletzt. „Drei Fußgänger, darunter ein fünfjähriges Mädchen, und ein Motorradfahrer sind gestorben“, erklärte Stefan Kalinowski, Leiter des Sachgebiets Verkehr gestern.

Insgesamt sind die Zahlen der Unfälle mit Kindern (2013: 117, 2012:92) und Senioren (2013: 304, 2012:238) um mehr als 27 Prozent gestiegen. Bei den Senioren, so Kalinowski, könnte man es über den demografischen Wandel erklären: „Es gibt immer mehr Ältere und sie sind immer mobiler.“ Für den Kreis Plön stimme diese Interpretation jedoch nicht. Kalinowski: „Dort haben wir trotz steigender Seniorenzahlen einen Rückgang an Unfällen verursacht durch Senioren.“ Fast zwei Drittel der Unfälle mit Seniorenbeteiligung sind selbst verschuldet. Hauptgründe: Vorfahrt missachtet oder Fehler beim Abbiegen. Kalinowski: „Aus polizeilicher Sicht macht es Sinn, regelmäßig die Fahrtüchtigkeit ab einem gewissen Alter überprüfen zu lassen.“ Politisch halte er das allerdings für nicht durchsetzbar.

Auch die Zahl der Unfälle mit Kindern ist auf dem Höchststand der letzten zehn Jahre. Bei insgesamt 117 Unfällen mussten die Kinder nahezu immer (107 Fälle) medizinisch versorgt werden. 37 Kinder wurden als Mitfahrer in Autos verletzt. In 38 Fällen waren die Kinder zwischen zehn und 14 Jahren selbst mit dem Rad unterwegs und verunfallten dabei. 32 Kinder wurden als Fußgänger verletzt. Kalinowski: „Das Erschreckende ist, dass bei der Mehrheit der Fälle (83) Autofahrer schuld waren und den Unfall verursacht haben, weil sie nicht die nötige Sorgfaltspflicht an den Tag legten.“ In 34 Fällen, in den Kinder selbst Verursacher waren, machten sie meistens Fehler beim Überqueren der Fahrbahn, so Kalinowski.

Laut Fachmann werden in Kiel 21 Prozent aller Fahrten mit dem Rad erledigt.Die Zahl der Unfälle von Fahrradfahrern ist leicht gestiegen, von 397 auf 406. Dabei verletzten sich 275 Radler, in 78 Fällen handelt es sich um Alleinunfälle. Viele Unfälle (42,9 Prozent) sind selbst verschuldet durch unangepasste Geschwindigkeiten (35 Fälle), Trunkenheit (15) oder Rotlichtmissachtung (14). In den Fällen, in denen Autofahrer für die Unfälle mit Radfahrern verantwortlich sind, sind es Abbiegefehler (95 Fälle), Vorfahrtmissachtung (47) oder Fehler beim Einfahren in den fließenden Verkehr (39). „Die meisten Unfälle passieren immer noch, weil Radler nicht gesehen werden.“ Kalinowski appelliert in dem Zusammenhang an alle Radler, Licht anzumachen und eine Weste zu tragen.

Am häufigsten krachte es an den Kreuzungen Schwentinebrücke/B 502, Ostring/Preetzer Straße, Waldwiesenkreisel und Hummelwiese/Sophienblatt/Gablenzstraße. 80 Prozent aller Unfälle seien laut Kalinowski nur Blechschäden, die nicht weiter erfasst würden. An diesen Kreuzungsbereichen denkt eine Verkehrskommission jedoch über Änderungen nach, weil es hier oft zu Unfällen mit Verletzten kam. Erschreckend: Bei mehr als einem Viertel aller Unfälle (1945) wird Fahrerflucht begangen, 42,5 Prozent davon konnte die Polizei allerdings aufklären.

Den historischen Tiefstand der letzten 30 Jahre verzeichnet die Polizei bei Unfällen unter Alkoholeinfluss: 87 Unfälle gab es in Kiel, zehn weniger als im Vorjahr. Kalinowski: „Es hat hier einen gesellschaftlichen Wandel gegeben. Trinken und Fahren ist nicht mehr cool, sondern wird verpönt.“ Außerdem tragen die regelmäßigen Alkohol- und Drogenkontrollen dazu bei, dass die Gefahr des Erwischt-Werdens groß ist. 260 Trunkenheitsfahrten wurden registriert (2012: 312). Auch die Geschwindigkeit wird regelmäßig überprüft: Von 60 225 Autofahrern waren 5 875 zu schnell, 63 mussten ihren Führerschein abgeben.

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