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Kieler Frieden : Kieler und Norweger feiern ein Stück gemeinsame Geschichte

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

400-köpfige Delegation aus Norwegen, Ausstellungseröffnung, Umbenennung eines Platzes am Stadtmuseum, Festakt im Schloss und Vortrag im Rathaus: Gestern war ganz großes Kino in der Stadt zum Thema Kieler Frieden.

shz.de von
erstellt am 15.Jan.2014 | 06:27 Uhr

Bauzäune, ein Behelfsmast, Graffiti am Gebäude gegenüber: Noch brauchen die Norweger und Kieler Gäste viel Fantasie, um sich einen schönen, belebten Platz des Kieler Friedens hinter dem Warleberger Hof vorzustellen. Gestern – anlässlich des 200-jährigen Jubiläums des Kieler Friedens – wurde er behelfsmäßig neben dem Stadtmuseum eingeweiht, unweit von dem Ort, wo die tatsächlichen Verhandlungen einst stattgefunden haben – im Buchwaldschen Hof (wir berichteten). Es war die Geste, die zählte und von Norwegern und Kielern gleichermaßen mit Applaus goutiert wurde.

Mit der Eröffnung der Ausstellung im Stadtmuseum zum Thema haben gestern die Feierlichkeiten zum 200. Jahrestag des Kieler Friedens von 1814 begonnen. Das in Deutschland weithin unbekannte Ereignis spielte für Skandinavien eine große Rolle. Mit dem Friedensschluss am 14. Januar 1814 musste Dänemark Norwegen an Schweden abgeben. Dies bahnte Norwegen den Weg in die staatliche Unabhängigkeit. Hierzu begrüßten die Vertreter von Stadt und Land den norwegischen Parlamentspräsidenten Olemic Thommessen, den Botschafter Sven Eric Svedmann sowie den Vizeaußenminister und zahlreiche Parlamentsvertreter. Der national hochangesehene Historiker Dr. Ola Mestad gab einen Vorgeschmack auf seinen unterhaltsamen Vortrag zum geschichtlichen Hintergrund am Abend im Rathaus und betonte – wie alle Norweger vor Ort – die große Bedeutung dieses Tages für ihre Identität: „Das war der Anfang unserer Unabhängigkeit und unseres Grundgesetzes, dem ältesten noch gültigen in Europa.“

Rund 400 Norweger, teils in Tracht, weil es für einen Nationalfeiertag so üblich ist, kamen am Morgen mit der Fähre nach Kiel, um sich die Ausstellung im Warleberger Hof anzusehen und mit Kielern den, wie Bürgermeister Peter Todeskino sagte, „so bedeutsamen Tag“, zu feiern. Auf der Überfahrt von Oslo nach Kiel gab es zur Einstimmung ein Seminar zum Kieler Frieden.

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