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Holstein-Stadion : Kieler Schulterschluss

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

KSV Holstein und die Landeshauptstadt ziehen bei der Finanzierung des Stadion-Umbaus an einem Strang.

shz.de von
erstellt am 02.Jun.2017 | 12:26 Uhr

Es ist beschlossene Sache: Die fehlenden 3,4 Millionen Euro für den Umbau des Holstein-Stadions tragen die Stadt Kiel und die Kieler Sportvereinigung Holstein. Das verkündeten gestern Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer und Holstein-Kiel-Geschäftsführer Wolfgang Schwenke. Nachdem die Landesregierung am Donnerstag verkündet hatte, sieben der geplanten 10,4 Millionen Euro Umbaukosten für das Holstein-Stadion zu übernehmen, einigten sich gestern die Stadt Kiel und der Sportverein in einem gemeinsamen Gespräch darauf, die verbleibenden Kosten für die Erweiterung des Stadions jeweils zur Hälfte zu übernehmen.

Für OB Ulf Kämpfer ein Grund zur Freude: „Ich finde großartig, dass wir innerhalb von zweieinhalb Wochen nach dem Aufstieg von Holstein Kiel nun eine schnelle und umfassende Lösung gefunden haben.“ Dank sprach Kämpfer insbesondere der Landesregierung aus, die „äußerst großzügig und unbürokratisch“ zugesichert hatte, den Löwenanteil der Finanzierung zu übernehmen.

Ein Stein falle ihm vom Herzen, betonte Wolfgang Schwenke, „dass wir den zeitlichen Plan einhalten können.“ Die Fußballspiele künftig nicht im Holstein-Stadion austragen zu können, „wäre eine Vollkatastrophe gewesen“. Dr. Stefan Tholund, Vorsitzender des Aufsichtsrates Holstein Kiel, zeigte sich beeindruckt von der Bereitschaft seitens der Stadt und der Landesregierung, dem Fußballverein bei seinem Aufstieg in die zweite Bundesliga unter die Arme zu greifen. Dort sei Holstein Kiel mit Regensburg zwar der Verein mit dem kleinsten Etat, aber „wir wissen, wir müssen unseren Anteil leisten“, erklärte Tholund.

Der Aufstieg in die zweite Liga zieht allerdings neben der Anforderung, Platz für 15  000 (statt bisher 11  000) Zuschauer zu schaffen, weitere Pflichten für die Beteiligten nach sich. Wurde Holstein Kiel bisher davon verschont, Miete für die Nutzung des Stadions zu zahlen, muss die Stadt Kiel als Eigentümer nun eine Pacht erheben. Für Wolfgang Schwenke kein Grund zur Sorge: „Wir werden uns zusammensetzen und wie immer einen guten Weg finden. Wir haben ein sehr gutes Verhältnis zur Stadt.“ Ulf Kämpfer dazu: „Wir werden eine Pacht in angemessener Höhe erheben. Die ist aber noch nicht beziffert.“

Angesichts der neuen Anforderungen, die durch die Förderung der öffentlichen Hand nun auf die Stadt zukommen, zeigte sich der OB kämpferisch. „Ich bin sehr optimistisch, dass wir nicht nur die kurzfristigen Maßnahmen, sondern auch zu Beginn der übernächsten Saison die Tribüne auf der Ostseite fertig stellen werden.“ Weiter müsse eine Nutzungsordnung erstellt sowie geklärt und sichergestellt werden, dass entsprechend des EU-Beihilferechts mindestens 20 Prozent der Nutzungszeiten auf andere Nutzungszwecke entfallen. In der Vorstellung von Sportdezernent Gerwin Stöcken könnten das beispielsweise einzelne Veranstaltungen der Special Olympics sein, die im kommenden Jahr in der Landeshauptstadt stattfinden. Auf Vorwürfe, die Stadt Kiel vernachlässige mit einer Investition dieser Größenordnung den Breitensport und die sanierungsbedürftige Bäderlandschaft Kiels (wir berichteten), reagierte Stöcken: „Niemand möchte eine Konkurrenz zwischen Breiten- und Spitzensport schaffen. Wir werden diese Voraussetzungen stemmen, ohne die Schwimmbäder und die Sportinfrastruktur zu vernachlässigen.“

Jeder hätte gern weniger bezahlt, betonte Ulf Kämpfer abschließend. Von der Hebelwirkung, also den positiven wirtschaftlichen Effekten auf die Landeshauptstadt, ist Kiels OB dennoch überzeugt.

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