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Ulf Kämpfer : Kieler OB: Zwischen Ständchen und „Steuer-Deal“

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Erster Arbeitstag für den neuen Kieler Oberbürgermeister: Ulf Kämpfer wurde am Donnerstag mit einem Ständchen von Musikern aus dem Opernhaus überrascht - und stieg gleich ein in seine Arbeit.

shz.de von
erstellt am 25.Apr.2014 | 04:59 Uhr

Kiel | Das Schild leuchtet wieder neben der schweren Holztür. Sechs Monate lang war es abgeschaltet: Oberbürgermeister steht dort schwarz auf weiß unter dem Stadtwappen. Es ist das deutlichste Symbol im Kieler Rathaus: Das verwaiste Amtszimmer des Verwaltungschefs ist seit dem Rücktritt Susanne Gaschkes wieder besetzt. Die Landeshauptstadt hat ein neues Oberhaupt.

Frisch und gut gelaunt startete Ulf Kämpfer (SPD) in seinen ersten Arbeitstag. „Herzlich Willkommen“ stand in silbernen Lettern an der Bürotür, ein Bläser-Quartett des Opernhauses spielte zur Überraschung des 41-Jährigen „Congratulations“ von Cliff Richard. „Stolz, Lampenfieber und Neugier“ – mit diesem Mix an Gefühlen nahm Kämpfer „im schönsten Büro in Kiel“ an seinem neuen Schreibtisch Platz, der eigentlich ein ganz alter und ehrwürdiger ist: Er stammt von Andreas Gayk, der nach dem Zweiten Weltkrieg Kieler Oberbürgermeister und maßgeblich am Wiederaufbau der Stadt beteiligt war.

Ganz andere Herausforderungen stehen nun Ulf Kämpfer bevor. Die Haushaltskonsolidierung, der Uni-Streit zwischen Kiel und Flensburg – nur zwei der Probleme, die oben liegen. „Unter der Oberfläche gibt es tausende Dinge“, sagte Kämpfer. Und betonte seine positive Einstellung: „Wenn man in einer Stadt keine Probleme hat, braucht man auch keinen Oberbürgermeister.“

Zur Chefsache erklärte Kämpfer den „Steuer-Deal“ mit dem Augenarzt Detlef Uthoff. „Mir ist die politische Brisanz bewusst“, sagte er. Schließlich sei ein nachhaltiger Vertrauensschaden in die Steuergerechtigkeit entstanden. In die Akte werde er sich nun einlesen, am Montag gebe es eine erste große Rücksprache im Haus. Kämpfer hofft, dass die Stadt die Rückforderung der gesamten Summe rechtssicher über die Bühne bringen könne. „Am Ende wird es wahrscheinlich ein Gericht entscheiden müssen“, glaubt er. Ein zähes Ringen sei zu befürchten – „aber ich sehe Chancen für die Stadt“.

Auf die Frage, was er anders als seine Vorgänger machen wolle, antwortete Kämpfer: „Jeder muss seinen Stil finden.“ Er sei ein vermittelnder Typ und Verwaltungsjurist, seine Stärken und Schwächen würden sich in den kommenden Wochen und Monaten zeigen. Eine Herausforderung sieht er im Zeitmanagement: „Da kann ich noch besser werden.“ Nach der langen Vakanz werde er sicher von vielen Seiten mit dringenden Vorgängen bestürmt werden. „Da ist es die große Kunst, auch die längerfristigen Räder zu drehen.“

Apropos: Um fit zu bleiben, will Ulf Kämpfer regelmäßig mit dem Rad ins Büro kommen. In der Zeit als Umweltstaatssekretär sei er oft gefahren worden. Ergebnis: Sechs Kilo mehr auf der Waage. Kämpfer: „Das passiert mir nicht wieder.“

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