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Stefan Kruber : Kieler OB-Kandidat: „Es wäre mein Traum-Amt“

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

In der Findungskommssion der CDU suchte Stefan Kruber nach einem Nachfolger für Susanne Gaschke – dann wurde er selbst zum Kandidaten.

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erstellt am 10.Dez.2013 | 06:28 Uhr

Kiel | Erst saß Stefan Kruber (37) selbst in der Findungskommission der CDU, auf der Suche nach einem geeigneten Kandidaten für das Kieler Oberbürgermeisteramt. Doch dann war er für seine Partei die beste Wahl.

Kreis-Parteichef Thomas Stritzl (CDU) begründet: „Er ist ein richtiger Kiel-Insider und kennt die Probleme und ihre Entstehung aus seiner zehnjährigen Erfahrung im Rat.“ Das sei auch der entscheidende Unterschied zu den anderen Bewerbern gewesen, die – im Gegensatz zu CDU-Fraktionschef Kruber – das Rathaus bisher nur von außen kennen. Am 20. Dezember stimmen die Mitglieder über Krubers Kandidatur ab.

Zuvor hatte die CDU am 9. November auf einer Tagung mit allen Ratsfraktionen versucht, einen gemeinsamen Kandidaten zu finden. Als klar wurde, dass die Rathauskooperation (SPD, Grüne, SSW) einen eigenen Kandidaten, den Umweltstaatssekretär Ulf Kämpfer (SPD), ins Rennen schicken wird, machte sich die CDU auch auf die Suche – und fand ihren Kandidaten in den eigenen Reihen. Beide Juristen kennen sich flüchtig aus dem Gerichtssaal und freuen sich jetzt auf einen „fairen und sachlichen Wahlkampf“.

Doch Kruber gibt auch offen zu, dass er sich die Entscheidung nicht leicht gemacht habe. Zum einen sei er spätestens seit dem Steuerdeal ein rotes Tuch für die Sozialdemokraten, zum anderen ist er zweifacher Familienvater. Letztlich siegte das Herz, das an der Kommunalpolitik hängt. Kruber: „Für mich wäre es das Traum-Amt und ich laufe auch garantiert nicht weg.“ Wichtig ist Kruber, dass die Piraten und Liberalen ihre Bereitschaft signalisiert haben, ihn zu unterstützen. Eine offizielle Aussage gibt es laut FDP-Kreis-Chef Sebastian Blumenthal erst heute Abend nach einer gemeinsamen Sitzung: „Ich halte ihn persönlich für einen respektablen Kandidaten und werde dem Gremium vorschlagen, ihn zu unterstützen.“

Als Familienvater will Stefan Kruber vor allem dafür sorgen, dass sich die Stadt zukunftsfähig entwickelt. Wie will er das anstellen? Kruber: „Der Haushalt muss vernünftig aufgestellt werden, finanzpolitisch müssen wir einen anderen Kurs einschlagen und uns dringend von unrealistischen Dingen wie der Stadtregionalbahn verabschieden, denn die hemmen die Entwicklung anderer Projekte.“ Kruber will das Wohnungsproblem der Studenten lösen. Auf dem Ostufer sei genügend Wohnraum vorhanden, die Studenten wollten nur nicht hin, weil es an attraktiven ÖPNV-Verbindungen mangelt.

„Ich will nicht nur Anwalt vom Ostufer, sondern auch für das Ostufer sein“, sagt Kruber. Als gebürtiger Kieler weiß er, dass die Landeshauptstadt nicht nur eine Schokoladenseite hat, sondern es auch Ecken gibt, in denen es Menschen „richtig dreckig“ geht. „Die Probleme löst man nicht mit der Gießkanne, da muss man konzentriert helfen.“

Sein Herzensthema? „Ich will eine Stadt schaffen, die allen Kielern ein Heimatgefühl bringt, in der man sich wohlfühlt und Menschen Verantwortung füreinander übernehmen“, erklärt Kruber. Wird er Oberbürgermeister, will er mit der Verantwortung in der Verwaltung selbst anfangen: „Ich will den Teamgeist stärken, Mitarbeiter wieder motivieren, Arbeitsabläufe effektiver machen, um so Druck rauszunehmen und den hohen Krankenstand zu senken.“ Jeder solle stolz darauf sein können, bei der Stadt zu arbeiten.

Hat er bessere Chancen als Gert Meyer, damals Gegenkandidat von Susanne Gaschke, weil der SPD noch die Steuerdeal-Affäre nachhängt? Stefan Kruber antwortet sportlich: „Die SPD ist der Platzhirsch und wir der Herausforderer. Aber wir haben eine ernste Chance, denn die SPD versucht nun den dritten OB-Kandidaten in vier Jahren aufzubauen“.Die Stadt brauche Kontinuität, das merke auch der Wähler.

Bis zur Wahl am 23. März 2014 ist Kruber weiter als Anwalt tätig, in der heißen Phase des Wahlkampfes will er sich Urlaub nehmen, aber „ich werde mein Geschäft jetzt nicht zuklappen. Das wäre unverantwortlich“.

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