Als Teil des Nato-Minenabwehrverbandes : Kieler Minenjagdboot „Homburg“ für vier Monate zu Manövern auf See

Minenjagdboot „Homburg“ (M1069) im Marinestützpunkt Kiel.

Minenjagdboot „Homburg“ (M1069) im Marinestützpunkt Kiel.

Das Schiff verlässt am Dienstag den Heimathafen in Kiel. Es schließt sich dem Ständigen Minenabwehrverband 1 an.

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31. August 2018, 13:30 Uhr

Kiel | Das Minenjagdboot „Homburg“ wird am kommenden Dienstag (4. September, 10 Uhr) seinen Heimathafen Kiel verlassen. Das zum 3. Minensuchgeschwader gehörende Boot wird bis Dezember den deutschen Beitrag im Ständigen Minenabwehrverband 1 stellen. Das teilte das Presse- und Informationszentrum Marine am Freitag mit.

Unter dem Kommando von Kapitänleutnant Martin Klaus (34) werde sich die Besatzung „Bravo“ mit dem Minenjagdboot „Homburg“ am 6. September in Rotterdam dem Nato-Verband anschließen. Von dort aus werde das Schiff gemeinsam mit Minenabwehreinheiten aus weiteren Mitgliedsländern an Manövern in Nord- und Ostsee teilnehmen.

Die internationale Zusammenarbeit und gemeinsame Operationen mit befreundeten Nationen nehmen immer mehr an Bedeutung zu, hieß es. So werde die „Homburg“ unter anderem an den Nato-Vorhaben „Sandy Coast“, „HOD Ops“ (Historic Ordnance Disposal, Altlastenbeseitigung) und „Trident Juncture“ teilnehmen.

Hintergrund: Ständige Nato-Verbände

Die Nato unterhält vier ständige maritime Einsatzverbände, die von den Mitgliedsstaaten mit Schiffen und Booten besetzt werden und gemeinsam mit Luft- und Landstreitkräften sowie Spezialeinheiten die 2002 aufgestellten Nato-Eingreifkräfte „Nato Responce Force“ bilden.

Die Einheiten in diesen Verbänden haben ein mehrmonatiges Ausbildungsprogramm absolviert und sind auf hohem Ausrüstungs- und Ausbildungsstand. Sie können nach entsprechenden Nato- und nationalen Beschlüssen schnell verlegt werden und stehen für Operationen im Rahmen des Krisenmanagements genauso zur Verfügung wie für Maßnahmen der kollektiven Verteidigung. Sie unterstehen dem Oberbefehl des NATO-Befehlshabers in Europa (Supreme Allied Commander Europe, SACEUR).

Die „Nato Responce Force“ wurde auf Beschluss der Mitgliedsstaaten 2014 um eine als „Speerspitze“ bekannte „Very High Readiness Joint Task Force“ erweitert, zu der auch die maritimen Einsatzgruppen zählen.

Die Zusammenziehung zu einer „Nato Responce Force“ dient außerdem der gemeinsamen Ausbildung und Qualifizierung, weshalb die Verbände regelmäßig an Manövern unter Nato-Führung oder auf Einladung einzelner Mitgliedsstaaten teilnehmen.

Die SNMCMG 1 (Standing NATO Mine Counter Measures Group 1) operiert ganzjährig überwiegend in Nord- und Ostsee und angrenzenden Seegebieten. Der Verband hat den Auftrag, in See die Einsatzbereitschaft sicherzustellen und dabei alle Aspekte der Minenkampfführung zu trainieren. Sie demonstrieren die Entschlossenheit und den Zusammenhalt der Allianz und vertiefen durch Hafenbesuche und Austauschprogramme die Kooperation mit Partnerstaaten.

 

„Wir freuen uns auf die bevorstehenden Herausforderungen und erwarten eine gute und qualitativ hochwertige Kooperation mit unseren internationalen Partnern“, sagte Klaus. Der belgische Fregattenkapitän Peter Ramboer führt den multinationalen Verband derzeit auf dem Versorgungsschiff BNS „Godetia“. Ihm wird das deutsche Minenjagdboot für die Dauer der Nato-Assignierung unterstehen.

Die „Homburg“ wird im Dezember die Heimfahrt nach Kiel antreten, sodass der Kommandant und seine Besatzung noch vor dem Weihnachtsfest wieder in ihrem Heimathafen einlaufen, um rechtzeitig bei ihren Familien sein zu können.

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