„Werra“ : Kieler Marineschiff soll im Mittelmeer Flüchtlinge retten

Die „Werra“ selbst wurde für den Rettungseinsatz entsprechend ausgerüstet mit großen Mengen an Sanitäts- und Hygienematerial, aber auch mit Schutzanzügen.
3 von 3
Die „Werra“ selbst wurde für den Rettungseinsatz entsprechend ausgerüstet mit großen Mengen an Sanitäts- und Hygienematerial, aber auch mit Schutzanzügen.

Die Soldaten des Tenders „Werra“ sollen sich südlich von Italien an den Rettungsaktionen beteiligen. 

Avatar_shz von
03. Juni 2015, 07:34 Uhr

Kiel | Das Marineschiff „Werra“ nimmt am Mittwoch von Kiel aus Kurs zu einem Seenotrettungs-Einsatz für Flüchtlinge im Mittelmeer. Unter dem Kommando von Korvettenkapitän Stefan Klatt (46) wird das Schiff seinen Heimathafen am Vormittag verlassen. Die „Werra“ soll sich an der Rettungsaktion für im Seegebiet südlich von Italien beteiligen. Dort soll das Schiff in knapp zwei Wochen ankommen. Wie lange der Einsatz dauern wird, ist noch offen. „Wir wissen derzeit noch nicht, wann der Tender wieder zurückkommt“, sagte Marinesprecher Achim Winkler im Vorfeld.

Die 66 Männer und Frauen der Stammbesatzung sollen im Laufe des Einsatzes zudem Unterstützung von Soldaten unter anderem aus dem Sanitätswesen erhalten, die nach Marineangaben größtenteils etwas später dazustoßen werden. Die „Werra“ selbst wurde für den Rettungseinsatz entsprechend ausgerüstet mit großen Mengen an Sanitäts- und Hygienematerial, aber auch mit Schutzanzügen. Zudem befinden sich zwei zusätzliche Schlauchboote mit Motor und einige speziell ausgerüstete Container an Bord.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte Mitte Mai bei einem EU-Ministertreffen in Brüssel angekündigt, dass sich deutsche Soldaten „bis auf weiteres unbegrenzt“ an der Seenotrettung im Mittelmeer beteiligen werden. Zunächst war nur ein Einsatz von 30 Tagen angekündigt gewesen. Die Fregatte „Hessen“ und das Versorgungsschiff „Berlin“ waren am 5. Mai in den Einsatz gestartet.

Die Bundesregierung hatte nach dem EU-Flüchtlingsgipfel im April angeboten, sich mit den zwei Schiffen an der Seenotrettung zu beteiligen. Zuvor waren bei Unglücken mit Schlepperbooten Hunderte Menschen ertrunken. Die meisten Schleuser bringen Flüchtlinge und illegale Einwanderer derzeit via Libyen nach Europa.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen