Internationale Raumstation ISS : Kieler Gruß wartet im Weltall auf Astro-Alex

Zu den Mut machenden Symbolen des Kunstwerks gehört das Bild der ISS über der Erde.
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Zu den Mut machenden Symbolen des Kunstwerks gehört das Bild der ISS über der Erde.

Das Kunstwerk „Drei Geschichten vom Mut“ der Stiftung Kinderherz wird auf der ISS Raumfahrer Alexander Gerst begrüßen.

shz.de von
04. Juni 2018, 19:02 Uhr

Kiel/ISS | Die Kieler sind schneller als Alexander Gerst. Wenn nämlich der deutsche Weltraumfahrer am Mittwoch ins All abhebt, wird er an Bord der Internationalen Raumstation ISS einen eindrucksvollen Gruß von der Förde vorfinden: eine Flagge der Kieler Künstlerin Roswitha Steinkopf. Die Stiftung Kinderherz will mit dem Kunstwerk namens „Drei Geschichten vom Mut“ auf das Schicksal der betroffenen Kinder aufmerksam machen.

Am Ostermontag hatte die Falcon-9-Trägerrakete mit einer Dragon-Kapsel an Bord vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida abgehoben. Zwei Tage später, am 4. April, erreichte die Kapsel dann die ISS. Neben Lebensmitteln, Kleidung und Werkzeugen für die Astronauten beförderte sie auch die Flagge der Stiftung an ihren Zielort in knapp 400 Kilometern Höhe. Das ursprünglich auf Leinwand entstandene Bild wurde für den Transport auf einen faltbaren, 100 mal 140 Zentimeter großen Polyester-Stoff gedruckt. Die Flagge wiegt in diesem Zustand nur 180 Gramm.

Die Flagge zeigt drei Motive: Die über dem blauen Planeten Erde fliegende ISS steht für den Mut in der Raumfahrt. Das zweite Motiv ist ein stark vergrößertes „NiTinol-Schirmchen“ – ein unentbehrliches Instrument für Herz-Operationen – und bezeugt den Mut der Chirurgen. NiTinol ist eine Mischung aus Nickel und Titan und geht auf eine Entwicklung der Weltraumbehörde Nasa zurück. Die winzigen Schirmchen werden per Katheder zum Herzen geführt, um kleine Löcher in den Scheidewänden präzise und schonend zu verschließen.

Motiv mit Herz

Als drittes Motiv leuchtet das Herz-Logo der Stiftung auf und erschließt den Sinn der „Mission Mut“: „Jeder Einzelne ist in der Lage, herzkranken Kindern und ihren Eltern Mut zu schenken, damit sie an ihrer Erkrankung nicht verzagen“, betont die Künstlerin.

Die Flagge aus der Kieler Werkstatt begleitet die Forschungsmission „Horizons“ des deutschen Astronauten Alexander Gerst, der am 6. Juni vom Kosmodrom in Baikonur (Kasachstan) per Sojus-Raumschiff ins All aufbrechen wird. Ermöglicht wurde das Stiftungsprojekt „Mission Mut“ durch eine Kooperation mit dem Raumfahrtmanagement im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Bonn.

Zur aktuellen Mission „Horizons“ von Alexander Gerst gehören mehr als 50 Experimente mit deutscher Beteiligung. Zwischen dem 8. Juni und 13. Dezember wird der 42-jährige Geophysiker maßgeblich an dieser Arbeit beteiligt sein – ab Anfang Oktober sogar als erster deutscher Kommandant der ISS.

Roswitha Seinkopf ist von der Leistung des deutschen Astronauten beeindruckt. Von seinem Mut ebenso wie von seinem Vertrauen in die Technik. Diese Eigenschaften entdeckt die Künstlerin auch bei den Operateuren: „Ärzte müssen das Unmögliche denken können und wagen: ,Ich kann Herzfehler heilen.‘“

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