Neuseeland : Kieler Geomar-Forscher wollen aktiven Unterwasservulkan anbohren

Forschende des Geomar Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel sind mit an Bord des Bohrschiffs Joides Resolution und berichten in einem Blog von ihrer Arbeit.

Forschende des Geomar Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel sind mit an Bord des Bohrschiffs Joides Resolution rund 400 km nordöstlich von Neuseeland.

Zusammen mit einem internationalen Forscherteam werden erstmals einem aktiven „Schwarzen Raucher“ Proben entnommen.

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09. Mai 2018, 13:10 Uhr

Kiel | Seit den 1970er Jahren kennt die Forschung heiße Quellen in der Tiefsee, sogenannte hydrothermale Systeme. Doch ihr Aufbau unterhalb des Meeresbodens ist noch immer weitgehend unbekannt. Um mehr darüber zu erfahren, will eine Gruppe internationaler Wissenschaftler jetzt im Rahmen des „International Ocean Discovery Program“ (IODP) erstmals in einen aktiven Unterwasservulkan bohren.

Rund 400 Kilometer nordöstlich von Neuseeland wollen die Forscher Proben aus dem Inneren des „Brother Unterwasservulkans“ nehmen.

Sie versprechen sich, daraus mehr über die geologischen Prozesse im Inneren des in eineinhalb Kilometer Tiefe liegenden Vulkans zu erfahren. Dafür wird das 150 Meter lange Forschungs-Bohrschiff „Joides Resolution“ direkt über dem Krater sein Bohrgestänge ausfahren. Auch zwei Wissenschaftler des Kieler Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung, Philipp Brandl und Karen Strehlow, werden bei dieser weltweit ersten Bohrung dabei sein.

„Weil es weltweit nur zwei wissenschaftliche Bohrschiffe dieser Art gibt, sind die Gelegenheiten, auf ihnen zu arbeiten, ohnehin selten. Dann auch noch bei so einer Premiere dabei zu sein, ist natürlich besonders spannend“, sagt Brandl.

Die Expedition auf einen Blick:

IODP-Expedition 376 "Brothers Arc Flux" 

Start: 5. Mai (Auckland, Neuseeland) 

Arbeitsgebiet: Brother Unterwasservulkan am Kermadec Arc

Ende: 5. Juli (Auckland, Neuseeland)

Die aktuelle Position des Forschungsschiffes lässt sich auf „marinetraffic.com“ einsehen:

Screenshot marinetraffic.com
 

Der Brothers Vulkan liegt auf dem Kermadec-Bogen (Kermadec Arc), wo sich die pazifische Erdplatte unter die australische schiebt. Wenn kaltes Wasser im Meeresboden von Magma stark erhitzt wird, steigt es wieder auf und löst dabei Metalle und andere Elemente aus dem Gestein.

Die bis zu 400 Grad heiße Lösung tritt nahe der Spitze des Brothers Vulkans wieder aus dem Meeresboden aus und ist wegen der hohen Metallgehalte oft tiefschwarz gefärbt. Daher hat diese Art von heißen Quellen in der Tiefsee auch den Spitznamen „Schwarze Raucher“. Schwarze Raucher bilden einerseits die Grundlage für sehr spezielle Ökosysteme. Gleichzeitig lagern sich um sie herum viele Metalle wie Kupfer, Zink, Gold und Silber ab.

Expeditionsblog

Die beiden Forscher aus Kiel führen während der Fahrt ein Online-Expeditionstagebuch. Unter www.oceanblogs.org/iodp376 berichten sie in den nächsten Wochen von ihren Arbeiten auf der Joides Resolution und vom Leben an Bord eines Bohrschiffes.

Vortrag in Kiel

Das IODP-Forschungsprogramm und die Joides Resolution sind auch Thema beim nächsten öffentlichen WissenSchaffen-Vortrag am Geomar in Kiel.

Am 15. Mai berichtet dort Steffen Kutterolf vom Geomar über seine Forschungen im Rahmen des Bohrprogramms. Kutterolf hat bereits an mehreren Expeditionen mit der Joides Resolution teilgenommen, unter anderem an der jüngst beendeten Fahrt IODP375.

Der Vortrag ist Teil der öffentlichen Vortragsreihe „WissenSchaffen“, die Ozeanforschung leicht verständlich präsentieren will.

Zeit: Dienstag, den 15. Mai 2018, von 10 bis 11 Uhr
Ort: Hörsaal des GEOMAR, Standort Ostufer, Wischhofstraße 1-3, 24148 Kiel

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