Nachhaltige Fischerei : Kieler Geomar-Forscher bekommt Millionen-Zuschuss von der EU

<p>Vor Gran Canaria wurde geforscht. Ulf Riesebell und Kollegen setzen Meskosmen (quasi überdimensionierte Reagenzgläser) aus. /Archiv</p>
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Vor Gran Canaria wurde geforscht. Ulf Riesebell und Kollegen setzen Meskosmen (quasi überdimensionierte Reagenzgläser) aus. /Archiv

Seine Forschung könnte zur nachhaltigen Fischerei beitragen. Deshalb bekommt Prof. Ulf Riebesell viel Geld.

shz.de von
04. Mai 2016, 11:45 Uhr

Kiel | Der Europäische Forschungsrat fördert in Millionenhöhe erstmals ein Projekt des Geomar Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung in Kiel. Insgesamt 2,5 Millionen Euro fließen in ein Vorhaben, bei dem Prof. Ulf Riebesell die Auswirkungen eines technisch erzeugten Auftriebs von nährstoffreichem Tiefenwasser in nährstoffarme Oberflächenschichten untersuchen will. Wie das Geomar am Mittwoch mitteilte, könnte das Verfahren, das natürliche Prozesse nachahme, zu einer nachhaltigen Fischerei und Aquakultur beitragen.

Die Förderung gebe die Möglichkeit zu untersuchen, ob ein künstlich erzeugter Auftrieb zur Steigerung der Fischproduktion eingesetzt werden kann, erläuterte Riebesell. Sein Team will in den nächsten Jahren mit Hilfe von Labor- und Freiland-Experimenten, Modellrechnungen und Vergleichsstudien im offenen Ozean herausfinden, welche Folgen eine technisch erzeugte Durchmischung der Wassersäule hätte. „Bisher wissen wir so gut wie gar nichts über die möglichen Auswirkungen auf das Leben im Meer und die entsprechenden Stoffkreisläufe“, sagte Riebesell. „Erst mit diesem Wissen lässt sich beurteilen, ob ein solcher Eingriff in das komplexe marine Ökosystem ökologisch vertretbar und ökonomisch sinnvoll ist.“

„Wir freuen uns sehr, dass erstmals eine dieser international sehr hoch angesehenen Zuwendungen an das Geomar geht“, betont Prof. Peter Herzig, Direktor des Geomar. „Die Förderung ist eine eindrucksvolle Auszeichnung für Prof. Riebesell und sein Team. Dass Prof. Riebesell zu den Top-Wissenschaftlern am Geomar zählt, hat er schon im Jahre 2012 eindrucksvoll unter Beweis gestellt, als er den renommierten Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft erhalten hat – den höchstdotierten deutschen Wissenschaftspreis.“

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