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Landeshauptstadt "zu klein" : Kiel verliert größten Gruselspaß

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Bisher konnte die Landeshauptstadt das größte Grusellabyrinth Deutschlands ihr eigen nennen- Doch Ende März ist Schluss. Die Betreiber wollen wachsen, an einem anderen Standort außerhalb Schleswig-Holsteins.

shz.de von
erstellt am 07.Jan.2014 | 06:10 Uhr

Es hat sich ausgespukt: Noch bis zum 30. März hat das Grusellabyrinth am Güterbahnhof (Tonberg) geöffnet, danach schließen sich die schaurigen Pforten in der Landeshauptstadt für immer. Der Grund: Kiel ist zu klein für die Veranstalter Carsten Föhrweißer und Holger und Ina Schliemann. Das meint das Geschwisterpaar nicht nur auf die Örtlichkeit bezogen. Holger Schliemann: „Wir haben seit Jahren Pläne fürs Labyrinth, können sie aber hier nicht umsetzen. Im Verhältnis zur geplanten Attraktion ist Kiel eine zu kleine Stadt.“

Geht es also in den Ruhrpott, wo sich einwohnerstarke Städte ballen? Dazu können und wollen sich die Veranstalter noch nicht äußern, denn: „Die Planungen und Gespräche laufen auf Hochtouren, der genaue Standort steht noch nicht fest“. Fest steht nur, dass das Grusellabyrinth ganz Schleswig-Holstein den Rücken kehrt. Auch noch unklar ist, ob einige der rund 130 Mitarbeiter mitgenommen werden können. Verraten wird nur so viel: Es wird eine Location mit 10 000 Quadratmeter Ausbaufläche gesucht, in deren direkter Nachbarschaft bestehende Attraktionen sind und der Tourismus schon floriert.

Auf der Mitarbeiterversammlung am Sonntagabend liefen Tränen. „Alles war sehr emotional, minutenlanges Schweigen als wir den Fortgang verkündet haben“, schildert Holger Schliemann. Es sei auch für sie nicht leicht zu gehen. „Uns blutet das Herz aber es ist für uns auch wie erwachsen werden, wir müssen das Elternhaus verlassen“, sagt Schliemann. Zwar seien sie nicht unzufrieden mit den jährlichen Besucherzahlen und der Fangemeinde mit allein 20 000 Gruselfreunden. Aber: „Wenn man viel Geld in die Hand nimmt, um Visionen zu verwirklichen, muss das Risiko kalkulierbar sein.“ In Kiel und Schleswig-Holstein sei es zu groß, das „Marktumfeld zu klein“. Die Veranstalter sind zuversichtlich, dass sich der Schritt lohnen werde, trotz enttäuschter Fans, die auf Facebook ihren Unmut kundtun. „Das Labyrinth ist das Wichtigste in unserem Leben geworden, wir müssen den Schritt gehen“, betont Holger Schliemann. Es käme deshalb auch nicht in Frage, das Kieler Konzept an Interessenten zu verkaufen, die neue Vision andernorts weiterzuentwickeln: „Es ist unser Baby. Es so erfolgreich betreiben zu können und immer wieder attraktiv zu gestalten, da gehört eine Menge Know How dazu, das wir uns über die Jahre angeeignet haben.“

Begonnen hat 2003 alles mit der Villa Fernsicht und der Idee, den Halloweenbesuchern der Erlebnisgastronomie ein kleines Gruselkabinett in leerstehenden Hotelzimmern zu bieten. „Es war ein voller Erfolg“, erinnert sich Schliemann. Mit der Eröffnung des Grusellabyrinths im alten Güterbahnhof vergrößerte sich die Idee von 600 auf rund 3000 Quadratmeter. Ihr Konzept gewann 2012 sogar den Start-up-Preis des GründerCup. Und jetzt, rund zweieinhalb Jahre nach der Eröffnung des Labyrinths soll der nächste und letzte Umzug erfolgen.

 

 

 

 

 

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