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Neuer Oberbürgermeister : Kiel: Ulf Kämpfer vereidigt

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Bei seiner Vereidigung als Oberbürgermeister versprüht Kämpfer Optimismus und Tatkraft – und ruft zur gemeinsamen Lösung der Haushaltsprobleme auf. Kiel soll attraktiver werden und 4000 neue Wohnungen erhalten.

shz.de von
erstellt am 14.Apr.2014 | 18:56 Uhr

Kiel | Drei Wochen nach seinem Wahltriumph ist Ulf Kämpfer (SPD) als neuer Kieler Oberbürgermeister im Rathaus vereidigt worden. In seiner Antrittsrede rief der 41-Jährige alle Fraktionen am Montag auf, „realistische Ziele“ für die Haushaltskonsolidierung der hoch verschuldeten Stadt gemeinsam auszuloten. „Wenn wir uns der Aufgabe nicht stellen, werden wir sehr schnell unsere letzten politischen Handlungsspielräume gerade dort verlieren, wo es besonders wichtig ist: Bei Bildung, Sozialem und bei Zukunftsinvestitionen.“ Kämpfer schlug die Bildung einer Konsolidierungskommission vor - im Schulterschluss von Stadtverwaltung und Ratsversammlung. Er rief im Beisein von Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) und Umweltminister Robert Habeck (Grüne) zu Mut zum Aufbruch auf und zu gemeinsamen Anstrengungen, die Landeshauptstadt voranzubringen.

„Diese Gemeinsamkeit von uns Demokraten und Engagierten ist doch viel wichtiger als das, was uns politisch trennt.“  Als Oberbürgermeister könne er „bestenfalls den Sound der Stadt prägen“ -

genau das habe er sich vorgenommen. „Ich möchte ein Oberbürgermeister sein, der Weichen stellt, aber nicht überall reinredet, einer, der klar und verlässlich eine Linie vorgibt, ohne beratungsresistent zu sein“, sagte Kämpfer, dessen Rede parteiübergreifend mit Applaus aufgenommen wurde.In seiner sechsjährigen Amtszeit bis 2020 sollen in Kiel möglichst 4000 neue, bezahlbare Wohnungen für 5000 neue Kieler entstehen. „Wir werden 2020 ein neues Zentralbad haben, ein neues klimafreundliches Gaskraftwerk, eine attraktiv bebaute Hörn.“  Kämpfer setzt außerdem auf einen zukunftstauglichen Nahverkehr und Kiel als Fahrradstadt Nummer 1. „Das Antlitz der Stadt wird sich weiter verändern, wird moderner, urbaner und schöner werden.“ Kiel habe begonnen eine neue Anziehungskraft auszuüben, sie sei eine wieder wachsende Stadt. Kampfer zeigte sich überzeugt: „Die besten Zeiten unserer Stadt liegen nicht hinter, sondern vor uns.“  Sein Amt wird der 41-Jährige nach Ostern am 24. April antreten.

Kämpfer, bisher Staatssekretär im Umweltministerium, war bei der OB-Wahl gemeinsamer Kandidat von SPD, Grünen und SSW. Mit gut 63 Prozent setzte er sich bereits im ersten Wahlgang gegen den CDU-Politiker Stefan Kruber und den Einzelbewerber Detlef Hackethal von der Linken klar durch. Der Jurist ist Nachfolger der ehemaligen „Zeit“-Journalistin Susanne Gaschke (SPD), die vor sechs Monaten nach Querelen um den umstrittenen Millionen-Steuerdeal mit dem Augenarzt Detlef Uthoff zurückgetreten war.

Seitdem leitete Bürgermeister Peter Todeskino (Grüne) die Verwaltung. Der in Eutin geborene neue Oberbürgermeister studierte nach dem Abitur in Plön Rechtswissenschaften und Philosophie in Göttingen und in Irland. Von 2004 bis 2008 arbeitete er im schleswig-holsteinischen Umwelt- und Landwirtschaftsministerium, danach im Justizministerium. Später wurde er Amtsrichter. Nach der Landtagswahl 2012 wurde Kämpfer zum Staatssekretär berufen.

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