Kieler Nachhaltigkeitspreis 2018 : Kiel sucht innovative Ideen

Fähre, Fahrrad oder zu Fuß: (v.li.) Nicoline Henkel, Doris Grondke und Eyke-Alexander Bittner sind gespannt auf Ideen für nachhaltige Mobilität in Kiel.
Fähre, Fahrrad oder zu Fuß: (v.li.) Nicoline Henkel, Doris Grondke und Eyke-Alexander Bittner sind gespannt auf Ideen für nachhaltige Mobilität in Kiel.

Wer ein Konzept für die „Nachhaltige Mobilität in und an der Förde“ hat, sollte sich jetzt für den Nachhaltigkeitspreis 2018 bewerben.

von
10. August 2018, 06:00 Uhr

Kiel | Fähre, Fahrrad, Auto, Bus und die eigenen Füße – Kiel ist ein Knotenpunkt verschiedener Fortbewegungsmöglichkeiten, findet Doris Grondke. Darum liegt das diesjährige Motto des Nachhaltigkeitspreises, das Kiels Baudezernentin gestern verkündete, eigentlich auch nah: „Nachhaltige Mobilität an und in der Kieler Förde“. Den mit 5000 Euro dotierten Preis verleiht die Landeshauptstadt in diesem Jahr zum dritten Mal an Menschen mit zukunftsorientierten Ideen, Konzepten und Projekten. „Jeder kann mitmachen, von der Schulklasse bis zum Altenheim“, sagt Grondke. „Die Konzepte sollten nur eine Vorbildfunktion und auch kommende Generationen im Blick haben.“ Abgabeschluss ist der 30. September.

Die achtköpfige Jury – aus Vertretern der Kommunalpolitik, des Verkehrsclubs Deutschland und des BUND – hatte das Thema der nachhaltigen Mobilität aus insgesamt neun Vorschlägen ausgewählt. „Wir haben uns gefragt: Was ist aktuell und womit kann man nach außen Lust erwecken?“ Kiels Markenzeichen, die Lage am Wasser, führe leider auch immer wieder zu Problemen, setzten doch nach wie vor zu viele Menschen auf das Transportmittel Auto. Nach einem statistischen Gutachten im Jahr 2013 nutzten die Kieler primär (33 Prozent) das Auto für die tägliche Fortbewegung. 30 Prozent setzten auf den Weg zu Fuß, 17 Prozent auf das Rad. Den öffentlichen Nahverkehr und den Beifahrersitz im Auto wählten je zehn Prozent der Befragten. „Da ist noch viel Luft nach oben“, sagt Eyke-Alexander Bittner, Klimaschutzmanager für Mobilität der Stadt Kiel. Das erklärte Ziel für die Fortbewegung in der Landeshauptstadt im Jahre 2050, so Bittner: 31 Prozent zu Fuß, 26 Prozent per Rad, 21 Prozent via ÖPNV, 15 Prozent mit dem Auto und sieben Prozent als Sozius. „Das ist ehrgeizig, aber realistisch.“ Wenn die Politik das richtige Angebot schüfe, ist Doris Grondke sicher, würde der Einzelne auch eher auf das Rad umsteigen. „Wir fordern darum die Gesellschaft auf, uns zu helfen. Wir sind gespannt auf innovative Ideen, auch jenseits der konventionellen Methoden.“ Je verschiedener der persönliche Hintergrund der Bewerber, desto besser: „Die Perspektiven eines Fünftklässlers sind andere als die eines mobilitätseingeschränkten Rentners.“

Am Wettbewerb teilnehmen können natürliche oder juristische Personen, Gruppen, Arbeitsgemeinschaften, Vereine, Schulen oder Institutionen mit Wohnsitz, Arbeitsplatz oder Geschäftsniederlassung in Kiel. Alle eingereichten Ideen prüft die Jury auf Zukunftsoffenheit, Integration, Kooperation, Ressourcenschonung, Innovation und Vorbildfunktion. Bei der Form des Konzeptes – ob beispielsweise als Text, Film, Modell oder App – herrsche „maximale Offenheit“, erlärt Doris Grondke, „wir sind offen für alles“. Die Bewerbungen nimmt Nicoline Henkel vom Umweltschutzamt entgegen. Das Preisgericht tagt am 30. Oktober. Die Preisverleihung findet dann am 20. Dezember im Ratssaal statt.

Die Landeshauptstadt würdigte in den vergangenen zwei Jahren verschiedene Projekte mit dem Nachhaltigkeitspreis – darunter der „Unverpackt“-Laden, die Meeresfarm mit bio-zertifizierten Fördemuscheln, das Fahrradgrillprojekt Röstprinzessin, der Schülerfilm „Der künstliche Tod“ über Plastik im Meer sowie die Marktschwärmerei – ein Online-Shop für regionale Lebensmittel.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen