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Millionen-Wohnprojekt : Kiel: Startschuss für das Schlossquartier

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Vorbereitungen für den Abriss dreier Gebäude in der Altstadt laufen, die Baugenehmigung wird in wenigen Wochen erwartet. Baubeginn ist für den Spätherbst geplant.

Kiel | Der Abriss steht kurz bevor: Das ehemalige China-Restaurant „Mr. Yang“ an der Schlossstraße wird bereits von innen entkernt, bevor die Bagger in Kürze das Gebäude dem Erdboden gleichmachen. Zwei weitere Häuser müssen dem etwa 70 Millionen Euro schweren Wohn-Projekt Schlossquartier weichen – der Terrassenbau, in dem sich früher das Restaurant „Quadrat“ befand, sowie die Eggerstedtstraße Nummer 13. Es ist das frühere Haus der Kirche. Zuletzt residierte dort die Verwaltung des Kirchenkreises Altholstein.

Das Schlossquartier wird das Gesicht der Kieler Altstadt enorm verändern – das verdeutlichen die neusten Visualisierungen. Zwei Gebäude mit 83 Mietwohnungen und vier Domizile mit 130 Eigentumswohnungen werden zwischen der Nikolaikirche, der Dänischen Straße und der Förde entstehen. „Im November oder Dezember sollen die ersten Bauarbeiten beginnen“, sagte gestern Projektentwickler Dr. Niels Bunzen von der Norddeutschen Grundstücksentwicklungsgesellschaft (NGEG). Die NGEG wird mit der Partnergesellschaft ABG-Gruppe das Schlossquartier realisieren. Die Baugenehmigung dafür erwartet Bunzen in den kommenden Wochen, wenn der Bebauungsplan rechtskräftig ist. Der Generalunternehmer für die Bauarbeiten steht Bunzen zufolge noch nicht fest – man stehe derzeit in Verhandlungen.

Noch steht alles nur auf dem Papier. Dennoch sind bereits die ersten Unterschriften für den Verkauf einzelner Komponenten des Quartiers besiegelt. Das Kieler Immobilienunternehmen Kersig hat eines der Mietwohnungsgebäude ergattert. „Für das zweite Haus verhandeln wir parallel mit drei Privatinvestoren aus Schleswig-Holstein“, berichtete Bunzen. Der Verkauf der Eigentunswohnungen kann aus rechtlichen Gründen erst beginnen, wenn die Baugenehmigung vorliegt. Aber auch für dieses Segment ist die NGEG guter Dinge. Von „einigen hundert Anfragen“ aus Schleswig-Holstein spricht Bunzen. Das große Interesse erklärt er sich aus dem Trend zum Wohnen in der Stadt. „Die Menschen wollen dort leben, wo Theater, Einkaufsstraße und Ärzte in der Nähe sind.“

Der Geschäftsführer der Entwicklunsgesellschaft weist darauf hin, dass in der Schlossstraße, die neu gemacht wird, vier sogenannte Stolpersteine liegen. In Kiel wurden bereits mehr als hundert dieser Gedächtnis-Steine an die Opfer des Holocaust des Künstlers Gunter Demnig verlegt. Da es in anderen Bauprojekten dazu gekommen sei, dass einige dieser Steine verschwanden oder erst mühselig aus dem Bauschutt herausgefischt werden mussten, habe man in Absprache mit dem städtischen Kulturamt eine Lösung gefunden: „Wir werden diese im Vorwege sichern, sorgfältig aufbewahren und hinterher wieder einbauen“, verspricht Dr. Niels Bunzen.

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erstellt am 05.Sep.2015 | 06:01 Uhr

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