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Letter of INTENT : Kiel soll soziale Stadt bleiben – trotz der Millionen für Olympia

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Oberbürgermeister Ulf Kämpfer möchte kritischen Bürgern die Sorge nehmen, dass die Gelder für Olympia zu Einsparungen im Sozialen führen. Mit dem DGB-Kern-Vorsitzenden Frank Hornschu vereinbarte er den „Letter of Intent“. In dieser Willenserklärung werden Transparenz, Nachhaltigkeit, Mindestlöhne und auch Tarifstandards zugesichert.

shz.de von
erstellt am 10.Nov.2015 | 14:07 Uhr

Olympia im Jahre 2024 in Schilksee – „diese Idee begeistert“, betonte Oberbürgermeister Ulf Kämpfer gestern im Rathaus. Er ist auch bereit, einige Millionen Euro für das sportliche Spektakel lockerzumachen (wir berichteten). Was aber nach seinen Worten nicht passieren darf, sind Einschnitte bei den sozialen Leistungen. „Darauf müssen wir sehr, sehr stark achten“, erklärte Kämpfer – und unterzeichnete gemeinsam mit dem DGB-Vorsitzenden in der Kern-Region, Frank Hornschu, einen „Letter of Intent“, eine offizielle Willenserklärung.

Die Gewerkschaften ins olympische Boot zu holen, ist Kämpfer wichtig, denn: „Der DGB ist der Stachel im Fleisch.“ So sind in der Erklärung Eckpunkte wie Transparenz beim Finanzkonzept, die Stärkung der öffentlichen Infrastruktur, die Einhaltung von Mindestlöhnen und Tarifstandards bei der Auftragsvergabe gesetzt. „Olympia darf nicht zu Lasten der Beschäftigten, der Stadt, der Region und des Landes ausgetragen werden“, erklärte Hornschu. Die Einbindung der regionalen Wirtschaft ist für ihn vorrangig, das müsste im Ausschreibungsverfahren unbedingt berücksichtigt werden.

Kämpfer pflichtet dem DGB-Vorsitzenden zu: Unter den Kosten von Olympia soll und darf die soziale Stadt auf keinen Fall leiden. Von einer „Gratwanderung“ spricht der Oberbürgermeister und auch von einer „glaubwürdigen Bewerbung“. Er geht sogar noch einen Schritt weiter. Falls das Internationale Olympische Komitee (IOC) es ernst meine mit den Prinzipien von Nachhaltigkeit und sozialer Gerechtigkeit, könne es eigentlich nur der gemeinsamen Bewerbung von Hamburg und Kiel den Zuschlag erteilen – immerhin wurde auch in der Elbmetropole der „Letter of Intent“ unterzeichnet. Kämpfer fügt hinzu: „Selbstverständlich ist solch eine Abmachung nicht. Das IOC kann jetzt zeigen: Man traut es uns zu.“

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