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30-Jähriger in Haft : Kiel: Siebenjährige missbraucht, Eltern besorgt

vom
Aus der Onlineredaktion

Der Verdächtige hat die Tat bislang nicht eingestanden. Die Polizei bringt ihn mit einem weiteren Vorfall in Verbindung.

shz.de von
erstellt am 02.Feb.2016 | 18:44 Uhr

Kiel | Ein 30-Jähriger soll in Kiel-Gaarden ein siebenjähriges Mädchen verschleppt und sexuell schwer missbraucht haben. „Gegen den Mann wurde am Montag Haftbefehl erlassen“, sagte der Kieler Oberstaatsanwalt Axel Bieler am Dienstag. Der Haftbefehl wegen schweren sexuellen Missbrauchs wurde sofort vollstreckt.

Nach ersten Erkenntnissen hatte der Mann das spielende Mädchen am Sonntagvormittag gegen 11 Uhr auf einem Schulhof im Stadtteil Gaarden angesprochen und mit in seine Wohnung genommen. Dort habe er es missbraucht. Anschließend soll er sein Opfer freigelassen haben.

„Er hat sich bislang nicht zur Tat eingelassen“, sagte Bieler. Das Mädchen offenbarte sich seiner Mutter und konnte Angaben zum Tatort machen. Die Mutter informierte sofort die Polizei. Dadurch seien die Beamten bei ihren Ermittlungen schnell auf den 30-Jährigen gekommen, sagte Bieler. Die Wohnung des Mannes wurde Montagnachmittag durchsucht, es konnte Beweismaterial sichergestellt werden, das Polizei und Staatsanwaltschaft nicht näher definierten. Bei einer rechtsmedizinischen Untersuchung wurden bei dem Mädchen erhebliche Verletzungen festgestellt.

Im weiteren Verlauf der Ermittlungen erhärtete sich laut Polizei ein weiterer Tatverdacht gegen den Mann: Er soll am 6. Januar eine Fünfjährige in einem Kindergarten in Kiel-Gaarden sexuell bedrängt haben. Derzeit geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass der Mann auch für diese Tat verantwortlich ist.

Der direkt an der Kieler Förde gelegene Stadtteil Gaarden gilt als eines der Problemviertel in Kiel. Der Anteil der Ausländer und die Arbeitslosigkeit sind dort hoch. Vor der Schule im Zentrum Gaardens, wo das Mädchen von dem mutmaßlichen Täter angesprochen wurde, sind am Dienstagnachmittag viele Schüler auf dem Rückweg vom Unterricht. Noch hat sich der Fall nicht zu allen rumgesprochen.

Eine Mutter wartet auf dem Spielplatz der Schule auf ihre Kinder. Jessica Howe ist geschockt, als sie von Journalisten mit dem Fall konfrontiert wird. „Das verstört mich schon“, sagt die Kielerin. Ihre Tochter geht bereits auf die Schule, der Bruder soll im kommenden Schuljahr folgen. Bislang habe sie die Tochter nicht regelmäßig von der Schule abgeholt. „Nee, aber jetzt ja“, sagt sie. „Und ich bringe sie jetzt auch hin.“ Das sei sicherer, auch wenn der mutmaßliche Täter gefasst sei. „Kinder können noch nicht zwischen gut und böse unterscheiden.“

Birgit Edler wohnt seit elf Jahren in dem Stadtteil. „Und ich habe nie irgendwie Angst gehabt“, sagt die Verkäuferin eines Gaardener Cafés. Sie hat bereits von der Festnahme eines Mannes gehört. „Mein siebenjähriger Sohn wird nur noch von seinem Vater zur Schule gebracht.“ Sie habe viele kleine Kinder im Bekanntenkreis. Auch wenn der mutmaßliche Täter gefasst sei: „Man hat trotzdem Angst.“

Die Wohnung des mutmaßlichen Täters haben Ermittler bereits am Montagnachmittag untersucht. Dabei fanden sie Beweismaterial, das Polizei und Staatsanwaltschaft nicht näher definierten. Bei der rechtsmedizinischen Untersuchung des Mädchens wurden erhebliche Verletzungen festgestellt. Derzeit gehen die Ermittler davon aus, dass dem Mann zwei Missbrauchsfälle zuzuordnen sind. „Zum jetzigen Zeitpunkt sind uns keine weiteren Taten zum Nachteil von Kindern in Kiel bekannt“, sagte Polizeisprecher Matthias Arends.

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