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Ostseekai : Kiel plant zweites Terminal für Kreuzfahrtschiffe

vom
Aus der Onlineredaktion

Das Kreuzfahrtgeschäft läuft gut in der Landeshauptstadt. Für mehrere Millionen Euro soll deshalb ein zweites Terminal gebaut werden.

shz.de von
erstellt am 01.Aug.2017 | 12:22 Uhr

Kiel | Im Kieler Hafen stehen die Zeichen auf Expansion. Weil immer größere Kreuzfahrtschiffe die Stadt anlaufen, plant Seehafen-Chef Dirk Claus ein weiteres Terminal am Ostseekai. „Die Baukosten betragen rund 5,5 Millionen Euro“, sagte Seehafen-Chef Dirk Claus am Dienstag am Rande einer Hafenrundfahrt mit dem neuen Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP). Bereits 2019 soll das neue, 4000 Quadratmeter große Terminal mit zwei Ebenen neben dem bestehenden Gebäude in Betrieb nehmen. Es soll zwei derzeit dort stehende Leichtbauhallen ablösen.

Laut Claus ist der Grund für die Investition das weiterhin gut laufende Kreuzfahrtgeschäft. Dieses Jahr werden voraussichtlich erstmals mehr als 500.000 Passagiere an oder von Bord eines Kruezfahrtschiffes gehen. Mittelfristig würden die Stadt Schiffe mit mehr als 4000 Passagieren anlaufen, sagt der Hafenchef. Insgesamt rechnet der Hafen in diesem Jahr mit 2,1 Millionen Passagieren, inklusive der Passagiere der Fährschiffe auf den Linien nach Oslo, Göteborg und ins Baltikum.

Aber auch der Umschlag entwickelt sich gut. Im laufenden Jahr wird der Hafen voraussichtlich erstmals einen Umschlagsleistung von mehr als sieben Millionen Tonnen erzielen. Der Hafen braucht deshalb Platz für weitere Expansion. Claus und Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) haben dafür das Gelände des derzeit noch genutzten Kohlekraftwerks ins Visier genommen. „Für mich ist das die letzte große strategische Hafenerweiterungsfläche“, sagte Kämpfer.

Das Problem: Das Gelände neben dem Ostuferhafen gehört Uniper und den Stadtwerken Kiel, die das Kraftwerk noch bis 2018 gemeinsam betreiben. Eine Verpflichtung zum Abriss des Kraftwerks nach dessen Betriebsende gibt es laut Kämpfer nicht. Die geschätzten Kosten dafür lägen im hohen einstelligen Millionenbereich, sagte Kämpfer. Für ihn sei ein Abriss des Baus jedoch alternativlos. Zweites Problem: Niemand weiß, wie viele Schadstoffe und möglicherweise auch Munition aus dem Zweiten Weltkrieg sich dort im Boden befindet. „Man muss von extrem hohen Sanierungskosten ausgehen“, sagte Kämpfer. Dies sei ohne Landeshilfe nicht machbar.

Wirtschaftsminister Buchholz gab bei seinem Besuch bereits entsprechende Signale: „Das Land wird sich sicherlich beteiligen“ und den Ausbau fördern, „wenn es hier wirtschaftlich darstellbare Möglichkeiten gibt, den Hafen richtig zu erweitern“. Laut Claus geht es um ein etwa 13 Hektar großes Areal. Er beziffert die Kosten auf etwa 50 bis 70 Millionen Euro. Liefe alles glatt, könnte das Areal bereits 2024 genutzt werden. Insgesamt seien bis 2030 Investitionen in Höhe von 110 Millionen Euro denkbar.

Vom Hafenbetrieb hängen nach Angaben des Seehafens mittlerweile mehr als 2500 Arbeitsplätze ab. „Das ist ein wachsendes, gutes Geschäft“, sagte Buchholz. Das Land werde den Kurs des gut aufgestellten Hafens tatktäftig unterstützen. Dies gelte genauso für den Lübecker Hafen, der derzeit allerdings „ein Stückchen Sorgenkind“ sei. Von dort habe es 2013 zuletzt einen Antrag auf Fördermittel gegeben.

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