„Baden-Württemberg“ und „Nordrhein-Westfalen“ : Kiel: Neue Marine-Fregatten starten zu Erprobungsfahrt

Die „Nordrhein-Westfalen“ nahm nach dem Auslaufen Kurs auf den Großen Belt, die „Baden Württemberg“ war am Montagnachmittag vor Kappeln auf der Ostsee unterwegs.

Die „Nordrhein-Westfalen“ nahm nach dem Auslaufen Kurs auf den Großen Belt, die „Baden Württemberg“ war am Montagnachmittag vor Kappeln auf der Ostsee unterwegs.

Den beiden Marineschiffen stehen Systemtests in der Ostsee bevor. Die Auslieferung soll noch in diesem Jahr erfolgen.

shz.de von
13. August 2018, 15:41 Uhr

Kiel | Unter Zuhilfenahme von Kieler Schleppern lösten sich am Montagmorgen im Kieler Tirpitzhafen die Leinen der noch in der Erprobung befindlichen Fregatten der Baden-Württemberg-Klasse (F125) „Baden-Württemberg“ (F222) und „Nordrhein-Westfalen“ (F223). Die beiden neuen Marineschiffe nahmen nach dem Ablegen für die weitere Erprobung Kurs auf das offene Meer.

Auch der Tender „Werra“ (A514) beendete seinen Hafenaufenthalt im Kieler Tirpitzhafen und startete zur Erprobungs- und Ausbildungsfahrt nach seiner Werftliegezeit. Bei dieser Erprobungsfahrt wird nach Angaben eines Sprechers der Deutschen Marine unter anderem die Betriebstechnik überprüft sowie das „Brücke fahren“ für angehende Offizieranwärter geprobt.

Bei den Tests der „Baden-Württemberg“ und der „Nordrhein-Westfalen“ stehen komplexe Prüfungen und Funktionsnachweise auf der Agenda. Sofern die Prüfungen erfolgreich verlaufen, ist mit der Übergabe der „Baden-Württemberg“ an die Deutsche Marine noch in diesem Jahr zu rechnen. Die Indienststellung der „Baden-Württemberg“ war eigentlich für 2017 geplant. Das Schiff wurde jedoch Ende 2017 zur Mängelbeseitigung an den Hersteller zurückgegeben. Probleme machte vor allem die Software.

Die „Baden-Württemberg“ ist das Typschiff der neuen Klasse, die „Nordrhein-Westfalen“ die zweite von insgesamt vier neuen Fregatten für die Marine. Sie werden künftig die acht Fregatten der Bremen-Klasse (F122) ersetzen. Die „Sachsen-Anhalt“ soll im Jahr 2019 folgen und die „Rheinland-Pfalz“ 2020.

Speziell für die heutigen und zukünftigen Einsatz-Szenarien der Marine wurde dieser Schiffstyp entwickelt. Außer den Aufgaben für die Landes- und Bündnisverteidigung sind die Schiffe ebenfalls in der Lage, internationale Operationen zur Konfliktverhütung und Krisenbewältigung wahrzunehmen sowie Kampf- und Stabilisierungseinsätze durchzuführen.

Bei einer Länge von knapp 149 Metern und einer Breite von knapp 19 Metern erreicht der neue Schiffstyp eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 28 Knoten (52 km/h) bei einer Verdrängung von bis zu 7000 Tonnen. Bis zu 50 Krisenreaktionskräfte können die Stammbesatzung von 120 Soldaten ergänzen. Die Einsatzdauer der Schiffe kann bis zu 24 Monate umfassen.

Zwei Bordhubschrauber des Typs „Sea Lynx“ können nach Angaben des Marineportals auf dem Schiff mitgeführt werden. Mittelfristig soll jedoch ein Nachfolgemodell dieses Hubschraubertyps an Bord genommen werden. Die „Nordrhein-Westfalen“ und die „Baden-Württemberg“ sollen dem 4. Fregattengeschwader in Wilhelmshaven unterstellt werden. Der Heimathafen wird Wilhelmshaven sein.

Die Arbeitsgemeinschaft ARGE F125 setzt sich zusammen aus dem federführenden Unternehmen ThyssenKrupp Marine Systems sowie der Bremer Friedrich Lürssen Werft. Die Fertigung der Vorschiffe erfolgte auf den Werftstandorten der Friedrich Lürssen Werft in Bremen und Wolgast. Die Fertigung der Hinterschiffe, der Zusammenbau der Schiffshälften sowie die weitere Endausrüstung erfolgten auf der Hamburger Werft Blohm und Voss Shipyards.

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