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„Fairtrade Town“ : Kiel ist eine Stadt des Fairen Handels

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Landeshauptstadt erhält den Titel „Fairtrade Town“. Fünf Kriterien musste Kiel dafür erfüllen. Bürgermeister Peter Todeskino ist stolz auf die Auszeichnung.

Kiel ist um eine Auszeichnung reicher, für die ausnahmsweise mal nicht der Handball-Rekordmeister THW gesorgt hat. Kiel ist seit offiziell eine Stadt des Fairen Handels. Kathrin Bremer von TransFair, dem Verein zur Förderung des Fairen Handels mit der „Dritten Welt“, überreichte im Studio-Filmtheater die Urkunde an Bürgermeister Peter Todeskino (Grüne). „Ich freue mich, dass Kiel ein Zeichen gesetzt hat und Verantwortung zeigt, Lebens-, Arbeits- und Produktionsbedingungen weltweit durch gezielten Konsum zu verändern“, sagte Todeskino. Dabei halte er es für wichtig, auch vor der eigenen Haustür zu kehren: „Wir haben allen Anlass uns über unsere landwirtschaftlichen Produktionsweisen, wie zum Beispiel die Massentierhaltung, Gedanken zu machen und umzusteuern.“

Im November 2012 hatte die Ratsversammlung den Beschluss gefasst, sich um den Titel „Fairtrade-Town“ zu bemühen. Fünf Kriterien musste die Stadt dafür erfüllen. Unter anderem werden daher in Rats- und Ausschusssitzungen sowie in den Büros der Oberbürgermeisterin und des Bürgermeisters ausschließlich fair gehandelter Kaffee und Tee ausgeschenkt. „Und die schmecken auch richtig gut“, betonte Todeskino.

Kathrin Bremer freute sich, „dass ich heute hier bin und Kiel in die große Familie der Fairtrade-Städte aufnehmen kann“. Über 1300 Städte in 24 Ländern gehören mittlerweile dazu. Und obgleich Kiel nicht die erste Fairtrade-Town in Schleswig-Holstein sei, so sei es doch „besonders schön, dass ich eine Landeshauptstadt auszeichnen kann“. Denn das animiere häufig auch andere Städte eines Bundeslandes nachzuziehen. In Schleswig-Holstein dürfen sich bereits Lübeck, Eckernförde und Neudorf-Bornstein Fairtrade-Stadt beziehungsweise -Gemeinde nennen. Auf dem Weg dorthin befinden sich derzeit Norderstedt, Eutin, Kaltenkirchen, Heide, Kellinghusen und Henstedt-Ulzburg.

Neben der Einbindung lokaler Geschäfte und Gastronomie-Betriebe war auch die Gründung einer Steuerungsgruppe, die Fairtrade-Aktivitäten vor Ort koordiniert, ein Kriterium, das es zu erfüllen galt. Deren Leiterin, Nicoline Henkel, rief alle Kieler dazu auf, ihren Beitrag für eine gerechtere Welt zu leisten: „Fairer Handel ist eine gute Möglichkeit für globales Denken und lokales Handeln. Jedes fair gehandelte Produkt, das verkauft wird, hilft.“

Der Faire Handel setzt sich unter anderem für gerechtere Preise für Produkte ein, die in Ländern des globalen Südens hergestellt werden. Gestern waren auch zwei junge Frauen aus Kiels Partnergemeinde Moshi Rural (Tansania) anwesend und berichteten, wie der Faire Handel in ihrer Heimat helfe. „Der gute Preis für unseren Kaffee gibt uns Sicherheit. Außerdem erwirtschaften wir so auch Geld, sodass wir unseren Teil zu den vielen Projekten wie Kindergarten oder Behindertenschule beitragen können. Das macht uns stolz“, erzählten Witnes Makundi und Lilian Shoa.

Weitere Informationen gibt es unter www.kiel.de/klimaschutzstadt oder www.fairtrade-towns.de

 

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erstellt am 17.Sep.2013 | 10:00 Uhr

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