Israels Staatspräsident Reuven Rivlin : Kiel im Ausnahmezustand: Hunderte Gullydeckel zugeschweißt

Am Nachmittag wurden am Sporthafen Bombenentschärfer angefordert – auf einem Steg war ein verdächtiger Gegenstand aufgefallen.
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Am Nachmittag wurden am Sporthafen Bombenentschärfer angefordert – auf einem Steg war ein verdächtiger Gegenstand aufgefallen.

Schon am Dienstag werden die Sicherheitsmaßnahmen wegen des israelischen Staatsbesuchs umgesetzt – inklusive Bombenentschärfern, die an einen Steg im Sporthafen gerufen wurden.

shz.de von
12. Mai 2015, 12:33 Uhr

Kiel | In der Landeshauptstadt wurden die angekündigten Sicherheitsmaßnahmen schon am Dienstag Realität: In Vorbereitung auf den heutigen Besuch von Israels Staatspräsident Reuven Rivlin suchten Taucher Bereiche der Kieler Förde, besonders rund um die Werft TKMS, nach Sprengstoff ab. Am späten Nachmittag rückten Bombenentschärfer aus Groß Nordsee an: Auf einem Steg des Sporthafens nahe des Kieler Yacht Clubs war ein verdächtiger Gegenstand gefunden worden. Im Schutzanzug untersuchte ein Sprengstoffexperte den mit Dioden versehenen Metallgegenstand, fertigte Röntgenbilder an. Wenig später die Entwarnung: alles ungefährlich.

Die Polizei verstärkte ihre Präsenz insgesamt und verlegte mehrere mobile Schlauchboote an die Förde. Sämtliche Gullydeckel in der sogenannten „roten Zone“ im Regierungsviertel schweißten städtische Mitarbeiter zu.

Parallel überprüften Sicherheitskräfte den Universitäts-Campus, wo Rivlin auf Studenten treffen wird. Dafür kam nach Auskunft von Uni-Pressesprecher Boris Pawlowski auch ein spezielles Kamerasystem zum Einsatz, das auf einem Hubwagen auch entlegene Winkel im Hörsaal auf verdächtige Gegenstände hin untersuchte. Spürhunde schnüffelten geschützte Bereiche auf Sprengstoff hin ab.

Insgesamt drei Gebäude an der Leibnizstraße (LS 1, 3 und 4) werden gesperrt, auch die Straße selbst wird bereits ab 6 Uhr morgens zwischen juristischem Seminar und bis kurz vor die Uni-Bibliothek Sperrgebiet sein. Mitarbeiter mit Behinderungen, die deshalb nicht mit dem Auto zu ihren Büros kommen können, wurden für den Tag freigestellt. Manche Räumlichkeiten wie die Bibliothek des juristischen Seminars stehen nur eingeschränkt zur Verfügung, Mensa, Uni-Bibliothek und der Botanische Garten sind über einen Sandweg am Sportforum zu erreichen.

Die Schlepp- und Fährgesellschaft Kiel (SFK) aktualisierte gestern ihre Einschränkungen im Fährverkehr. „Die Linie F1 fährt auch die Blücherbrücke nicht an“, teilte Sprecherin Andrea Kobarg mit. Die Brücke bleibe ganztägig gesperrt. Der Anleger Bellevue dagegen werde bedient.

Ein Bürgertelefon ist freigeschaltet. Dort gibt es aktuelle Informationen über die Sicherheitsmaßnahmen. Telefonnummer: 0431/1606666.
 

shz.de hat die Sperrungen in einer Karte zusammengefasst.

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