Bürgerentscheid in Kiel : Kiel entscheidet sich für Erhalt des Flughafen Holtenau

Landeanflug auf den Flughafen Kiel-Holtenau.

Landeanflug auf den Flughafen Kiel-Holtenau.

Beim Bürgerentscheid zur Zukunft des Flughafens in Holtenau stimmen die Kieler für den Weiterbetrieb.

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06. Mai 2018, 21:15 Uhr

Kiel | In einem Bürgerentscheid haben sich die Kieler klar für ein Festhalten am Flughafen Holtenau ausgesprochen. Wie die Stadt am Sonntagabend mitteilte, stimmten rund 62.000 Teilnehmer und damit gut 70 Prozent für den kleinen Airport. Auf dem Weg zum Bürgerentscheid hatten rund 8000 Kieler ein Bürgerbegehren unterzeichnet. Die Flughafengegner wollten das Gelände für den Bau von Wohnungen nutzen.

Beim Bürgerentscheid hatten die fast 200.000 Stimmberechtigten eine eher sperrig formulierte Frage zu beantworten: „Sind Sie dafür, dass der Verkehrslandeplatz Holtenau geschlossen und stattdessen auf dem Gelände ein mischgenutzter Stadtteil mit weitest möglich kommunalem und gemeinnützigem Wohnungsbau und Gewerbe entwickelt wird?“ Wer also den Flugplatz behalten wollte, musste mit Nein stimmen.

Der Airport hat bereits seit vielen Jahren keine Direktverbindungen mehr. Er wird von Geschäftsleuten für Charterflüge, für Rundflüge und für den Transport von Organen genutzt, die am Universitätsklinikum transplantiert werden. Für den Flugplatz hatte sich eine breite Allianz aus regionaler Wirtschaft, Gewerkschaften sowie den Rathausfraktionen von SPD, CDU, FDP und SSW formiert. Die Grünen kämpften seit Jahren vehement gegen den Airport. Dessen Gegner argumentierten, das Gelände nördlich des Nord-Ostsee-Kanals werde für den Bau dringend benötigter Wohnungen gebraucht. Die Befürworter des Flugplatzes hielten dagegen, es gebe für beide Nutzungen ausreichend Raum.

Den Gegnern des Platzes ging es um den Bau von 1800 Wohnungen, davon 30 Prozent als sozialer Wohnungsbau, sowie Gewerbeflächen. „Die Fläche des subventionierten Flugplatzes bietet eine einmalige Chance für die Kieler Stadtentwicklung: Auf der 100 Hektar großen Fläche, die in öffentlicher Hand ist, kann die Stadt selber bezahlbaren Wohnraum und Gewerbeflächen schaffen“, sagen die Bündnis-Sprecher. Bis zu 2600 Arbeitsplätze könnten nach einem regionalwirtschaftlichen Gutachten entstehen.

„Die Landeshauptstadt darf nicht vom Radarschirm verschwinden – Kiel braucht einen eigenen Flughafen“, argumentierten die Flughafen-Freunde. Die IHK verfolgt das Konzept einer „Landebahn mit Gewerbegebiet“ (Airpark). Der Flughafen sei Teil der Wirtschaftsinfrastruktur und benötige jetzt eine zehn- bis fünfzehnjährige Planungssicherheit, sagte Hauptgeschäftsführer Jörg Orlemann.

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