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Gratis-Parken wird knapp : Kiel braucht Geld: Parken wird teurer

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Künftig will die Stadt auf insgesamt 600 neuen Stellplätzen abkassieren – am UKSH und an der Hörn. Dauerparker sollen ins Parkhaus verbannt werden, damit sie die Fläche, die Einzelhändler für ihre Kunden vorm Laden brauchen, nicht blockieren.

shz.de von
erstellt am 02.Apr.2014 | 05:03 Uhr

Kiel | Diese Nachricht wird Autofahrer nicht freuen: Die Stadt will künftig auf 600 weiteren Parkplätzen in der Innenstadt Gebühren erheben. Der Grund: Die Dauerparker sollen in die Parkhäuser verbannt werden und nicht die Parkplätze auf den öffentlichen Flächen blockieren, die der Einzelhandel so dringend für Kunden brauche. Bürgermeister Peter Todeskino: „Wir wollen keine Pendler, die die Stadt zustellen und der Handwerker beispielsweise weiß nicht mehr, wo er parken soll.“

Die größte öffentliche Fläche zum kostenlosen Parken in Kiel ist der Wilhelmplatz, unweit des Exerzierplatzes. Mit Ausnahme der Zirkus-Zeiten können Anwohner und Besucher hier parken – unentgeltlich und so lange sie wollen. Noch. Denn laut Todeskino ist das eine „öffentliche Fläche, die wir auch bewirtschaften können“. In den ersten Änderungsvorschlägen zur neuen „Parkraumbewirtschaftung“, die gestern Abend dem Innen- und Umweltausschuss vorgestellt wurde, ist der Wilhelmplatz zwar noch nicht dabei. Langfristig auszuschließen ist das jedoch nicht, wie Mitarbeiter des Tiefbauamtes bestätigen.

Für Todeskino ist das alles eine „Maßnahme der Lenkung“, die allerdings „stadtverträglich sein muss“. Es muss auch gelenkt werden, weil die neuen Parkhäuser nicht alle zur Zufriedenheit der Betreiber ausgelastet sind. So sei Der Betreiber des neuen Parkhauses an der Eggerstedtstraße an die Stadt herangetreten, weil die zeitgleich mit der Sanierung dieser Straße mehr Parkraum außerhalb geschaffen hat.

Den Angestellten, die ihre Arbeitsplätze in der Innenstadt haben, rät Todeskino auf den ÖPNV umzusteigen. Dass sei „sinnreicher als mit dem Auto reinzufahren“. Denn die zugeparkten Plätze erlaubten für die Dauer der Arbeit keine „Fluktuation“. Todeskino: „Es war ein Wunsch der Kaufleute, dass wir so regulieren, dass der Einzelhandel nicht leidet. Wir wollen aber Konkurrenz schaffen zu den Einrichtungsparks auf der grünen Wiese.“ Zwar könnten die die Parkflächen vor der Tür oft kostenlos anbieten, das könne Kiel so nicht leisten. „Allerdings wird bei uns die erste halbe Stunde kostenlos“, betont Todeskino. Mit der sogenannten „Brötchentaste“ können Autofahrer an den Automaten ein 30-Minuten-Ticket ziehen, ohne Geld einwerfen zu müssen. Jede weitere Stunde kostet 1,50 Euro – wie auch in den Parkhäusern. Mit diesem Preis sieht Todeskino Kiel im guten Mittelfeld und nicht überteuert, verglichen mit Lübeck und Rostock (zwei Euro) sowie Erfurt und Magdeburg (ein Euro). Gleichwohl betont Todeskino, dass vom Einzelhandel über ein Rabattierungssystem nachgedacht werden muss, um das Parken in der Stadt zusätzlich attraktiv zu machen.

Nicht nur die Fläche, auf der Parkplatzsuchende künftig zur Kasse gebeten werden, wird ausgeweitet, sondern auch die Zeiten. Bisher musste hauptsächlich an Parkscheinautomaten von neun bis 18 Uhr bezahlt werden. Künftig soll dies auf 10 bis 20 Uhr ausgeweitet werden, an die verlängerten Öffnungszeiten angepasst.

Von den rund 600 aus Sicht der Stadt neugewonnenen Einnahmequellen sind allein 300 im nahen Umkreis des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH). In diesem Bereich werden auch als erstes die vorerst 15 beantragten Parkautomaten aufgestellt. Der Rest befindet sich an der Hörn unweit der Agentur für Arbeit und des geplanten Zentralbades. Die Kosten für die Umrüstung von derzeit 120 Automaten sowie Kauf der neuen belaufen sich auf rund 200.000 Euro. Uwe Weißel, stellvertretender Amtsleiter des Tiefbauamts, rechnet damit, dass die Arbeiten im Sommer, „in der zweiten Jahreshälfte“ nach der Kieler Woche beginnen. Zusätzlich zu den Automaten werden auch drei neue Ordnungshüter gefordert. Wie es für die Bewohner vor Ort weitergeht? Die können laut Tiefbauamt auf ausgewiesenen Flächen mit dem Bewohner-Parkausweis weiterhin parken.

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