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Am Bahnhof und Hafen : Kiel boomt: Zwei neue Hotels mit Förde-Blick

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ein Hamburger Investor will den C&A-Komplex für Hotel, Boardinghouse und Eigentumswohnungen abreißen. Die Düsseldorfer Lindner Hotels AG plant zudem einen Neubau in Bahnhofsnähe.

shz.de von
erstellt am 06.Aug.2015 | 06:11 Uhr

Lange Zeit galt Kiel als unterversorgt mit Hotelbetten. Die Eröffnung des „Atlantic“ am Hauptbahnhof brachte den Stein ins Rollen. Und jetzt boomt es in der Stadt. Gleich zwei Unternehmen haben neue Hotels angekündigt. Hinter dem Hauptbahnhof an der Kaistraße, in Nachbarschaft zum ebenfalls noch relativ neuen B&B-Hotel, will die Lindner Hotels AG aus Düsseldorf ab 2016 ein Haus im Drei- bis Vier-Sterne-Segment bauen. Das teilte das Unternehmen gestern überraschend mit. Die Stadt bestätigte die Pläne.

Erst vor kurzem wurde zudem bekannt, dass ein Hamburger Investor am Bootshafen ein Hotel samt Boardinghouse plant – dort, wo zurzeit noch der leere C&A-Komplex steht. Konkret soll es nach jetzigem Stand ein Drei-Sterne-Superior-Haus werden. Besonders die direkte Wasserlage hat es der Deutschen Immobilien AG angetan. Ab Mitte kommenden Jahres will deren Hamburger Tochterfirma DI-Development den Kaufhaus-Komplex abreißen und auf 6800 Quadratmetern Grundfläche 160 Zimmer errichten. Das Boardinghouse mit 180 möblierten Apartments ist für Berufstätige gedacht, die nur befristet in Kiel wohnen. Zusätzlich sind 80 Eigentumswohnungen nach Angaben des DI-Development-Geschäftsführers Henning Laubinger geplant. Mit Hotelbetreibern sei er bereits im Gespräch, Verträge seien aber noch nicht unterzeichnet.

Er spricht von einem „für Kieler Verhältnisse großen Investitionsvolumen von 50 Millionen Euro“, bescheinigt der Stadt an der Förde einen „Nachholbedarf“: „In den letzten zehn, fünfzehn Jahren ist nicht viel passiert. Zwei Hotels wurden gebaut“, sagt Laubinger mit Blick auf das Vier-Sterne-Haus „Atlantic“ und das Zwei-Sterne-Hotel „B&B. Eine Marktlücke sieht er darum in der Drei-Sterne-Superior-Kategorie – etwa für die vielen Fähr- und Kreuzfahrt-Touristen.

Und da ist der Hamburger Investor nicht der einzige. Denn mit der Lindner Hotels AG tritt ein Konkurrent auf, der ebenfalls die Drei-Sterne-Plus-Kategorie besetzen will. 165 Zimmer sind geplant, die Eröffnung des neuen Hauses wird für Mitte 2017 angestrebt. Ein Name stehe noch nicht fest, sagte eine Sprecherin auf Anfrage. Nur so viel verriet sie: „Es ist ein Boutique-Konzept mit verschlankter Einrichtung, ohne Konferenzräume.“ Dafür seien eine große Lounge und eine technisch gehobene Ausstattung sowie mehrere Arbeitsplätze angedacht. Zielgruppe: Vor allem berufliche und private Städtereisende ab 30 Jahren, hieß es.

Neben den überhitzten Märkten in Hamburg, München, Berlin oder Frankfurt entdecken Investoren verstärkt sogenannte „B-Städte“ wie Kiel: Niedrige Zinsen und gestiegene Immobilienpreise locken Projektentwickler an, die nun Schlange stehen in der Landeshauptstadt. Auch die Innenstadtentwicklung mit dem geplanten Kleinen Kiel-Kanal trägt dazu bei.

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