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Landes-Wasser-Gartenschau : Kiel bewirbt sich für Gartenschau

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

2020 will die Landeshauptstadt eine besondere Schau organisieren, die hauptsächlich auf dem MFG-5-Gelände sein soll, über die Förde aber auch die Umlandgemeinden einbinden will. Mönkebergs Bürgermeister freut sich. Ortsbeirat fordert Machbarkeitsstudie.

shz.de von
erstellt am 08.Apr.2014 | 06:46 Uhr

Es könnte etwas ganz besonderes werden, ein Alleinstellungsmerkmal: Die Landeshauptstadt will sich für die Landesgartenschau 2020 bewerben. Allerdings soll es eine Landes-Wasser-Gartenschau werden, die beide Seiten der Förde einbindet und von der die Stadt und das Umland profitieren sollen.

Die Idee dazu wurde schon 2012 im sogenannten Rahmenplan Kieler Förde geschmiedet und festgeschrieben. Auf dem Gelände des ehemaligen Marinefliegergeschwaders (MFG) 5 soll der Hauptteil stattfinden. Von dort ist über das Wasser eine Anbindung an Veranstaltungsorte auf der anderen Seite der Förde, beispielsweise Mönkeberg – denkbar. Die Umlandgemeinden haben ihr Wohlwollen vor langer Zeit bekundet. Der Energiewendeminister Robert Habeck (Grüne) hat Ende März bekanntgegeben, dass er sich über eine vierte Landesgartenschau in Schleswig-Holstein und damit über eine Bewerbung der Landeshauptstadt freuen würde. Selbst der Stadtteil Holtenau, der neben Pries und Friedrichsort wegen seiner Lage nahe des MFG 5 am ehesten betroffen wäre, hat schon einstimmig beschlossen, dass ein externes Büro mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt werden muss. Nur die Handlungsgrundlage – ein Beschluss der Landeshauptstadt selbst – fehlt bisher.

Dabei ist das Zeitfenster eng. Im April ist außer der Vereidigung des neuen Oberbürgermeisters Ulf Kämpfer (SPD) keine weitere Ratsversammlung. Intern heißt es, sei es noch nicht so eilig. Aber fest steht: Bewerbungsschluss ist im Februar 2015. Bis dahin müssten die Studie fertig, ein Konzept erstellt und die Zusage des Landes für eventuelle Förderzulagen eingeholt werden. Denn Kiel kann die Kosten nicht aus eigener Kasse stemmen.

Bürgermeisters Peter Todeskino sah sich nicht in der Lage bis Redaktionsschluss eine Stellungnahme abzugeben. Mönkebergs Bürgermeister, Jens Heinze, findet das Projekt „äußerst interessant“ und will mit seiner Gemeinde versuchen, daran teilzunehmen. „Es wäre sehr bedeutend für die gesamte Region – aus wirtschaftlicher und touristischer Sicht“, sagt Heinze.

Dass mit einer Landesgartenschau nicht nur Kosten verbunden sein müssen, sondern auch ein Mehrwert für die Region entsteht, geht aus einer Geschäftlichen Mitteilung des Bauauschusses aus November 2013 hervor. So habe Schleswig 2008 finanziell am Ende der Landesgartenschau zwar bei plus minus Null gelegen, in wirtschaftlicher, städtebaulicher und touristischer Hinsicht habe es die Schleiregion aber vorangebracht. Schon während der Schau habe die örtliche Wirtschaft profitiert, als Fazit schreiben die Verantwortlichen: „Die LGS führt zu einer erheblichen, positiven Aufbruchstimmung ind er Bevölkerung und in der Wirtschaft.“

Norderstedt (Kreis Segeberg) musste für die LGS fast sechs Mal (12,5 Millionen) soviel Geld in die Hand nehmen wie Schleswig, erwirtschaftete trotz geringerer Besucherzahl ein Plus von 710 000 Euro. Die Verantwortlichen dieser LGS empfehlen solch einen Aufwand nur, wenn man „eine städtebauliche Aufgabe zu lösen hat, ein Nachnutzungskonzept vorliegt und man sich bewusst ist, dass auch die Nachnutzung Geld kostet“. Eutin (Kreis Ostholstein) plant gerade die dritte LGS in Schleswig-Holstein mit rund 16 Millionen Euro.

Die positiven Effekte, würde Kiel den Zuschlag für die vierte Schau bekommen, liegen auf der Hand: Die Stadt würde durch Fördermittel tatkräftige Unterstützung bei der langfristigen Infrastruktur und Neugestaltung des MFG 5 bekommen.

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