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Uni Kiel : Kickstart ins Studentenleben

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Acht Fakultäten, 80 Fächer, 185 Studiengänge – und erstmals 25 000 Studenten an der Kieler Universität: Wir haben gestern ein paar Erstis begleitet.

Der Uni-Präsident vorn auf dem Podium übt sich in Superlativen: „Das ist gigantisch, ein echter Rekord“, sagt Prof. Lutz Kipp bei der Begrüßung hunderter neuer „Erstis“ – den Neuanfängern zum Beginn des Wintersemesters an der Kieler Christian-Albrechts-Universität (CAU). Gigantisch, damit meint Kipp die Zahl von allein 5009 Erstsemestern, die in der Landeshauptstadt dafür sorgen, dass es erstmalig 25 000 eingeschriebene Studenten an der Hochschule gibt. Kipp mahnt aber auch: „Es wird eng. Wir müssen zusammenrücken.“

Was das bedeutet, das spüren junge Männer und Frauen wie Sine (19), die aus Verden an der Aller kommt und an diesem ersten Tag neben unzähligen neuen Gesichtern im Auditorium Maximum sitzt. Kaum ein freier Platz. Wer zu spät kommt, muss stehen. Alle sind gespannt, voller Erwartungen. Sie haben sich mit Infomaterial eingedeckt, von den Organisationen, die im Foyer um neue Mitglieder werben. Die Alte Königsberger Burschenschaft Alemannia aus Kiel neben der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft, beispielsweise. Sine hat den Kieler Busfahrplan vor sich ausgebreitet. Einige Neu-Kieler haben ihre Eltern mitgebracht. Sine ist allein gekommen. Im vergangenen Jahr hat sie ihr Abitur gemacht, in der Zwischenzeit ein Jahr in Namibia verbracht. Jetzt studiert sie Biologie und Geografie auf Lehramt – „weil man hier die Kombination wählen kann, die gibt es nicht überall“, erklärt Sine. Ihr gefällt es, im Norden zu bleiben und dass sie nahe am Meer ist. „Kiel ist nicht zu klein und nicht zu groß.“

Überhaupt Kiel – fragt man den Kieler Bürgermeister Peter Todeskino, dann ist die Landeshauptstadt „die schönste Stadt der Welt“. Mit seinem lauten Organ und ein paar flockig-ironischen Sprüchen („Immer Sonnenschein, immer blauer Himmel“) hat Todeskino die Erstsemester schnell auf seiner Seite. Lisa (Osnabrück), Jana (Rosenfeld bei Raisdorf), Nadine (Bremen) und Magdalena (Stralsund) kommen aus unterschiedlichen Bundesländern im Norden, haben sich erst vor wenigen Tagen kennen gelernt, studieren nun Pharmazie – und den Auftritt des Bürgermeisters finden sie „cool“. Auch Sine findet den Mann „amüsant“.

Nein, an diesem Tag geht es noch nicht um den Ernst des Studierens. So plaudert der Dekan der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät, Prof. Dr. Wolfgang Duschl, von seinen Ahnen, die sich mit Raubritterei über Wasser gehalten hätten –„inzwischen sind wir zivilisiert“. Und Prof. Dr. Eberhard Hartung von der Agrar- und Ernährungswissenschaftlichen Fakultät macht den Neu-Studenten klar, dass man an seiner Fakultät mehr sei als ein kochender Treckerfahrer: „Die Agrarier und Ernährungswissenschaftler sind dafür bekannt, dass sie gut feiern können.“

Natürlich wissen Uni-Präsident Kipp, Todeskino und auch der Vorstandsvorsitzende des Studentenwerks, Prof. Dr. Malte Braack, dass es nicht nur darum geht, schnelle Lacher zu ernten. Stichwort Zusammenrücken: Das bedeutet auch – der Wohnungsmarkt in Kiel ist „recht angespannt“ (Braack), gerade zum Herbstsemester-Beginn. „Wir arbeiten daran, dass Sie alle eine Wohnung bekommen“, verspricht der Bürgermeister.

Für die vier Pharmazie-Neulinge hat es bereits geklappt. Magdalena und Nadine wohnen jetzt erstmal jeweils in WGs auf Zeit, Lisa hat ein kleines Einzimmer-Apartment gefunden, Jana wohnt vorerst bei ihren Eltern, sie hat es ja nicht weit bis zur Kieler Uni. Einen Platz in einer Dreier-WG im Stadtteil Wik konnte Lehramtsstudentin Sine ergattern. Die Uni ist mit dem Rad erreichbar, sowie fast alles in der Stadt. Ist sie eigentlich aufgeregt? Sine schüttelt den Kopf. „Ich lasse alles auf mich zukommen.“

Vielleicht beherzigt sie ja den Rat vom Agrarexperten Hartung ans Auditorium: „Genießen Sie die Zeit – sie ist nachher schneller rum, als Sie denken.“

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erstellt am 20.Okt.2014 | 21:59 Uhr

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