Zwischenfall : Kernkraftwerk Krümmel: Defekt an Notstromdiesel behoben

Das Kernkraftwerk Krümmel in Geesthacht. /Archiv
Das Kernkraftwerk Krümmel in Geesthacht. /Archiv

Der Stromgenerator fiel kurzzeitig aus. Grund war ein Fehler bei der Drehzahlüberwachung.

shz.de von
15. Mai 2018, 17:53 Uhr

Krümmel | Im Kernkraftwerk Krümmel kam es am Donnerstag, 10. Mai, zu Komplikationen mit einem der Notstromdiesel. Eines der Stromaggregate stand vorübergehend nicht zur Verfügung, teilte die schleswig-holsteinische Reaktorsicherheitsbehörde vom Energiewendeministerium am Dienstag in Kiel mit. Ursache für den kurzzeitigen Ausfall war ein Defekt in einer Baugruppe der Drehzahlüberwachung.

Orientiert an sicherheitstechnischer Bedeutung und Eilbedürftigkeit von Abhilfemaßnahmen werden Meldepflichtige Ereignisse in Deutschland in drei Kategorien eingeteilt: Normalmeldung (N) = Meldefrist fünf Arbeitstage, Eilmeldung (E) = Meldefrist 24 Stunden und Sofortmeldung (S). Bei dem Vorfall in Krümmel handelte es sich um eine Normalmeldung.

Die defekte Baugruppe konnte gegen ein Reserveteil ausgewechselt werden. Danach stand der Notstromdiesel noch am selben Tag wieder zur Verfügung. Im April war ebenfalls ein Notstromdiesel vorübergehend ausgefallen.

In beiden Fällen war die Notstromversorgung des Kraftwerks nicht gefährdet. Mindestens zwei Notstromdiesel müssen laut Richtlinien immer zur Verfügung stehen. Insgesamt kann das Kernkraftwerk auf sechs zurückgreifen.

Nach der Meldung des Ereignisses durch die Betreibergesellschaft an die Reaktorsicherheitsbehörde hat die Atomaufsichtsbehörde nun eine Untersuchung angeordnet. Der Tüv Nord aus Hamburg soll die Mängel begutachten und die Fehlerursache klären. Nicht zuletzt sollen so ähnliche Fälle in der Zukunft verhindert werden.

Das Kernkraftwerk Krümmel ist seit 2009 dauerhaft abgeschaltet und befindet sich im Nachbetrieb. Die Stilllegung wird vorbereitet.

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