Keine Bewährungsstrafe für Tat im Drogenrausch

shz.de von
12. Juni 2014, 05:04 Uhr

Er verbrannte einem Freund die Hände mit dem Bunsenbrenner und schlug ihm mit dem Hammer auf die Kniescheibe – all das nur, weil Daniel T. (26) glaubte, dass er sein Handy hatte.

Gestern musste sich Daniel T. erneut vor Gericht verantworten, denn er hatte Berufung gegen das Urteil (zwei Jahre und drei Monate Haft) des Amtsgerichts Neumünster eingelegt. Sein Anwalt wollte erreichen, dass der 26-Jährige zu einer Bewährungsstrafe verurteilt wird. „Im Knast komme ich nicht klar“, sagte der angeklagte Familienvater. Suizidgedanken und Depressionen haben ihn in der Untersuchungshaft gequält. Doch auf eine Bewährungsstrafe wollte sich die Staatsanwaltschaft bei einer so „grausamen Tat“ nicht einlassen. Nach einem Rechtsgespräch mit dem Richter, der Staatsanwaltschaft und dem Verteidiger erklärte Daniel T., seine Berufung zurückzunehmen, die Taten wie angeklagt im wesentlichen zu gestehen und das Urteil des Amtsgerichtes zu akzeptieren. Daniel T.: „Als ich mir das im Knast habe durch den Kopf gehen lassen, habe ich mich gefragt, was das war. Das war nicht ich.“ Er sei völlig im Drogenrausch gewesen und wolle jetzt eine Therapie machen.

Ob er noch Kontakt zu seinem Opfer hatte, blieb offen. Bei Gericht ist der einstige Freund, der eine Hauttransplantation für seine Hände brauchte, gestern nicht erschienen.

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