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Kieler Freibad : Katzheide bleibt (vorerst) erhalten

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Nach Angaben von Stadtrat Gerwin Stöcken wird das gesperrte Schwimmerbecken wieder hergerichtet. Das beliebte Freibad Katzheide soll auch im nächsten Jahr wieder öffnen. 6500 Besucher wurden in diesem Sommer gezählt.

shz.de von
erstellt am 11.Sep.2015 | 12:55 Uhr

Die Kritiker der städtischen Katzheide-Politik dürfen sich bestätigt fühlen. Sie haben seit Monaten den Umgang mit dem beliebten Freibad als Alibi-Argumente gebrandmarkt. Am Donnerstabend im Ausschuss für Schule und Sport räumte Stadtrat Gerwin Stöcken ein, dass die Sperrung des Schwimmerbeckens unnötig war. Der Verdacht auf massiven Pilz- und Schimmelbefall hat sich nach seinen Worten nicht bestätigt. Auch das große Becken soll im nächsten Jahr wieder zur Verfügung stehen. Stöcken hatte allerdings eine gewichtige Begründung auf seiner Seite. Mit der Sperrung wollte er jedwede Gesundheitsrisiken für die Katzheide-Besucher ausschließen – Risiken, die sich jetzt, nach Abschluss der Saison, als unbegründet erwiesen haben.

Stöcken legte auch Saisonzahlen für Katzheide vor. 6500 Besucher wurden in diesem Sommer gezählt, was Einnahmen in Höhe von 15  500 Euro einbrachte. Gut die Hälfte der Gäste waren Kinder und Jugendliche (51 Prozent). Erwachsene stellten 49 Prozent, für sie war offenbar trotz des unbenutzbaren Schwimmerbeckens die grüne Liegewiese immer noch attraktiv genug. Stöcken sagte zu, an Katzheide „mindestens bis zur Eröffnung des neuen Schwimmbades an der Hörn“ festzuhalten. Die Bauarbeiten laufen, in zwei Jahren soll das Sport- und Freizeitbad fertig sein.

Für die Existenz über 2017 hinaus kämpft die Bürgerinitiative „Freibad Katzheide erhalten!“. Sie sammelt zurzeit Unterschriften für ein offizielles Bürgerbegehren. Bislang haben die Aktiven nach eigenen Angaben gut 7500 Sympathisanten gefunden, beim Gaardener Brunnenfest und beim Drachenbootrennens an diesem Wochenende will man den Sprung über 8000 schaffen. Damit wäre die Bedingung für die Abstimmung an der Wahlurne erfüllt.

Auch der Ortsbeirat Gaarden verlangt den dauerhaften Erhalt von Katzheide. Beim Votum gab es keinerlei Gegenstimmen. Der Vorsitzende Bruno Levtzow erinnert daran, dass das Freibad mit seinen Grünflächen die Attraktivität des Stadtteils erhöht. Als einziges beheizbares Kieler Freibad ist es selbst dann noch nutzbar, wenn es in der Förde längst zu kalt ist. Levtzows wichtigstes Argument ist allerdings der benachbarte Sport- und Begegnungspark. „Eine Schließung des Bades steht dem Konzept des Parks entgegen“, erklärt Levtzow für den Ortsbeirat.

Die Politiker im Kieler Rathaus allerdings drücken sich um eine klare Entscheidung zu Katzheide herum. Seit sechs Jahren schon steht die Forderung nach dem Erhalt des Freibades immer wieder auf der Tagesordnung mehrerer Ausschüsse (Finanzen, Bau, Schule & Sport) und der Ratsversammlung. Insgesamt 39 Mal ist dieser Punkt vertagt worden – die neuerliche Zurückstellung am Donnerstag beendete den 40. Katzheide-Anlauf.  

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