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Kiel : Kasse klingelt: Mehr Parksünder bestraft

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

3000 Knöllchen mehr als im Vorjahr wurden in Kiel 2013 verteilt. Gründe: Geringerer Krankenstand, weniger Verpflichtungen der Mitarbeiter. Die Landeshauptstadt hat dadurch fast 30 Prozent mehr Einnahmen als im Vorjahr.

shz.de von
erstellt am 31.Mai.2014 | 05:54 Uhr

Die Kieler Knöllchen-Bilanz für das vergangene Jahr: Parksünder wurden in der Landeshauptstadt öfter zur Kasse gebeten. Das teilte die Pressesprecherin der Stadt, Annette Wiese-Krukowska, auf Anfrage mit: „Es gab im letzten Jahr rund 3000 Knöllchen mehr im ‚ruhenden Verkehr‘, sagte sie. Im Jahr 2012 wurden demnach 92 994 Verwarnungen und in 2013 genau 95 966 Verwarnungen ausgesprochen – eine Steigerung um 3,1 Prozent.

Finanziell macht sich das häufigere Abstrafen von Falschparkern natürlich in der chronisch klammen Stadtkasse bemerkbar. Lag der bereinigte „Netto“-Ertrag durch die Bußgelder im Jahr 2012 noch bei 323 750,35 Euro, waren es im vergangenen Jahr nach Angaben der Kämmerei fast eine halbe Million – also 458156,14 Euro und damit rund 30 Prozent mehr.

Als Grund für die gehäufte Knöllchen-Vergabe nannte Annette Wiese-Krukowska zum einen, dass im vergangenen Jahr weniger Mitarbeiter krank gewesen seien als im Vorjahr. Im Bereich der Parkraumüberwachung seien tendenziell eher betagtere Mitarbeiter eingesetzt, was einen vergleichsweise höheren Krankenstand mit sich bringe. Zum anderen wurde der Pressesprecherin zufolge das System teilweise geändert – und dadurch wertvolle Zeit gewonnen: „Ursprünglich mussten Knöllchenschreiber warten, bis der Abschleppwagen die Autos auf den Haken genommen hatte. Inzwischen wurde rechtlich geklärt, dass die Mitarbeiter nicht zur Überwachung des Abschleppvorgangs verpflichtet sind.“ Die Politessen teilten dem Unternehmen nun nur noch mit, welches Auto wo abzuschleppen sei. „Das hat in der Summe einige Stunden ausgemacht“, sagt Annette Wiese-Krukowska. Zeit, um mehr Falschparker zu notieren.

Besonders viel falsch geparkt wird der Pressesprecherin zufolge „in Bereichen mit hohem Parkdruck beziehungsweise in Bereichen mit hohem Lieferverkehrsaufkommen“. Dies seien vor allem die Bewohnerzonen in der Stadt, die vom Einzelhandel geprägten Bereiche, die an das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) angrenzenden Straßen und der Schul-/Hochschulbereich Ravensberg/Westring/Ohlshausenstraße.

Erst vor eineinhalb Jahren machte die Stadt Kiel Schlagzeilen in gegensätzlicher Richtung: Wegen einer Panne im Rathaus hatte die Stadt Anfang 2012 vorübergehend auf Parkgebühren verzichten müssen – weil sie versäumt hatte, eine abgelaufene Gebührenverordnung zu erneuern. Kleinlaut wurden daraufhin alle Kieler darum gebeten, trotzdem für das Parken auf städtischen Parkflächen zu bezahlen.


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