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Kiels neuer Oberbürgermeister : Kämpfer will die Innenstadt beleben

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Das Flair und die Vitalität der Landeshauptstadt verbessern - dafür möchte Kiels neuer Oberbürgermeister Kämpfer auf spektakuläre und mutige Architektur setzen. Der 41-Jährige liebäugelt auch mit der Idee des kleinen Kiel-Kanals, um die City zu beleben.

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erstellt am 07.Apr.2014 | 06:41 Uhr

Kiel | Kiels neuer Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) will die Attraktivität der Kieler Innenstadt erhöhen und setzt dabei auch auf architektonischen Mut. „Alle sind sich einig, dass sich etwas tun muss in unserer Innenstadt“, sagte der 41 Jahre alte Jurist der Deutschen Presse-Agentur dpa. „Ich bin ein Fan von durchaus mutigen und etwas spektakuläreren Bauten, die sowohl zum Flanieren einladen und auch echte Hingucker sind.“ In der Landeshauptstadt gebe es „gewisse Probleme“, die sich nicht an äußeren Faktoren festmachen ließen.

Kämpfer deutete Sympathie an für die zurzeit nicht mehr ganz so heiß diskutierte Idee des kleinen Kiel-Kanals. „Gute Geschäfte allein reichen heutzutage nicht mehr aus, um eine Innenstadt attraktiv zu machen“, sagte Kämpfer. Architektonische Besonderheiten wie dieses Projekt, ein Bootshafen oder eine Altstadt seien ein Pfund, um gegen überdachte Einkaufscenter bestehen zu können.

Bei dem Kiel-Kanal geht es um eine mögliche 180 Meter lange und mindestens zehn Meter breite Wasserfläche in der Innenstadt in der Nähe zum Kleinen Kieler, einem seit Jahrzehnten zugebauten Seitenarm der Kieler Förde. Das Projekt ist auf rund elf Millionen Euro veranschlagt. „Aber je innovativer und mutiger ein Konzept ist, desto größer ist die Gefahr, dass es zerredet wird“, sagte Kämpfer. Das Projekt dürfe aber nicht dazu führen, „dass die ganze Stadt Sturm läuft“.

Ein Problem für alle großen Städte ist laut Kämpfer die Konkurrenz auf der grünen Wiese. „Erster Adressat ist für mich deshalb die Kaufmannschaft selbst.“ Die Attraktivität zu steigern sei aber keine alleinige Aufgabe eines Oberbürgermeisters. Ideen müssten von den Gewerbetreibenden selbst kommen. Neue Lebendigkeit verspricht sich der Sozialdemokrat vor allem auch von dem Wohnprojekt im Bereich der Schlossstraße.

Kämpfer hatte sich am 23. März bei der Oberbürgermeisterwahl deutlich gegen Stefan Kruber (CDU) und Detlef Hackethal (Linke) durchgesetzt. Er tritt damit die Nachfolge der Ende Oktober 2013 wegen eines umstrittenen Steuerdeals in Millionenhöhe mit einem Augenarzt zurückgetretenen Ex-„Zeit“-Journalistin Susanne Gaschke (SPD) an. Die Vereidigung Kämpfers soll in einer Sondersitzung der Ratsversammlung am 14. April erfolgen.

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