Abgase : Kämpfer verlangt Hilfen aus Berlin

Schwierige Situation: Links das Messgerät, rechts der Verkehr – die Abgaswerte am Theodor-Heuss-Ring liegen seit Jahren über dem erlaubten Limit.
Schwierige Situation: Links das Messgerät, rechts der Verkehr – die Abgaswerte am Theodor-Heuss-Ring liegen seit Jahren über dem erlaubten Limit.

Der Kieler Oberbürgermeister geht mit konkreten Forderungen in den heutigen Diesel-Gipfel. Er verlangt finanzielle Hilfen aus Berlin – beispielsweise bei der Anschaffung abgasarmer Hybridbusse.

shz.de von
06. Februar 2018, 18:25 Uhr

Oberbürgermeister Ulf Kämpfer hat vom Bund Geld für die am stärksten von Diesel-Abgasen betroffenen Kommunen gefordert. „Der Ball liegt im Feld der Bundesregierung, sie muss ihren Ankündigungen endlich konkrete Taten folgen lassen“, sagte er gestern. Heute will die Bundesregierung mit Vertretern der Städte über zusätzliche Maßnahmen sprechen.

„Kiel ist auf einem guten Weg, Berlin muss uns jetzt schnell und unbürokratisch helfen“, erklärte Kämpfer. Dann könne man „mit einem Bündel von Maßnahmen das Angemessene tun, um Fahrverbote zu verhindern und die Grenzwerte für Stickstoffdioxid (NO2) schnellstmöglich wieder einzuhalten“.

Bekanntlich gehört der 200 Meter lange Abschnitt am Theodor-Heuss-Ring im Verlauf der B 76 zu den am stärksten betroffenen Straßenzügen Deutschlands. Die durchschnittlichen NO2-Messwerte liegen seit Jahren über dem gesetzlichen Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. In der Spitze dürfen es pro Stunde 200 Mikrogramm sein – auch diesen Wert hat Kiel im Januar gleich zwei Mal gerissen. Laut Verordnung darf dieses Limit jährlich nur an 18 Stunden übertroffen werden.

Die Stadt hatte jüngst zehn Hybridbusse für die Verkehrsgesellschaft angeschafft, um die Abgaswerte spürbar zu senken (wir berichteten). Kämpfer will beim Treffen in Berlin Pläne für den Kauf von weiteren 17 Hybridbussen für gut 6,6 Millionen Euro noch in diesem Jahr vorstellen – verbunden mit der Erwartung, dass sich der Bund auch weiterhin an den Kosten beteiligt. Die Förderung ist ausgelaufen.

Außerdem prüft Kiel, ob eine sogenannte „Emissionsschutzwand“ am Heuss-Ring die Belastung für die Anwohner senken könnte. Die Deutsche Umwelthilfe sitzt der Stadt im Nacken, sie will wegen der hohen Belastung ein Fahrverbot für Dieselautos am Theodor-Heuss-Ring erzwingen. Kämpfer will beim Diesel-Gipfel den Bund zudem an Zusagen zum Thema Landstrom für Kreuzfahrtschiffe erinnern.

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