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K(l)eine Lösung für Schleusen-Exponate

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Sicherheitsbestimmungen: Ausstellung auf Schleuseninsel geschlossen / Ab heute in Technischer Marineschule zu sehen / Absage an Neubau

shz.de von
erstellt am 07.Sep.2013 | 00:36 Uhr

Gut 40 Jahre lang informierte die Kieler Schleusenausstellung Einheimische und Touristen über Bau, Geschichte und Funktion des Kanals und dessen Schleusen in Holtenau. Die Kanal-Schleusen und die dazugehörige Ausstellung zählen zu den beliebtesten Ausflugsszielen in und um die Landeshauptstadt. Bis zu 12 000 Besucher ließen sich offiziellen Angaben zufolge im Jahr durch die Anlage führen. Doch das ist vorbei – zumindest auf der Schleuseninsel, aus Sicherheitsgründen. Zunächst kommen die Exponate wie Modellbauten in der Maschinenhalle der ehemaligen Technischen Marineschule (TMS) in der Wik unter. Heute (11 Uhr) wird sie im Rahmen des Kulturmeilenfestes im „Maritimen Viertel“ der Öffentlichkeit erstmals präsentiert. Zugleich erteilt das zuständige Wasser- und Schifffahrts-Amt (WSA) Kiel-Holtenau eine Absage an eine Perspektive mit Neubau am Kanal: Zu teuer.

Warum kommt der bisherige Ausstellungs-Standort auf der mittleren Schleuseninsel nicht mehr infrage? Er liegt im besonders geschützten sogenannten ISPS-Sicherheitsbereich für Häfen und Wasserstraßen. ISPS umfasst Maßnahmen zur Terrorabwehr und steht für „International Ship and Port Facility Security“. „Einige Zeit konnten wir das umgehen, aber seit hier an den Schleusen eine Baustelle ist, ist dies nicht mehr möglicht“, erklärte der Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamts, Dieter Schnell (Foto), am Donnerstagabend. Bei einer kleinen Einweihungsfeier war der neue Standort der Ausstellung in der Technischen Marineschule eingeweiht worden.

Euphorisch gab sich jedoch niemand. Die Modelle sind zum großen Teil veraltet. Neues zur inzwischen in vielen Bereichen digitalisierten Technik etwa bei der Verkehrslenkung wird nicht vermittelt, und inhaltlich ist der Stand seit 1995 nicht mehr aktualisiert worden. Der Umzug ist insgesamt, wie viele Beteiligten sagten, eine „Zwischenlösung“ (Verein Maritimes Viertel) für eine „Übergangszeit“ (Kulturdezernent der Stadt). Oder wie Dieter Schnell vom WSA es nüchtern formulierte: „Besser, als es verstauben zu lassen.“

Dabei gab es mal eine Vision. Im Jahr 2010 wurde im Auftrag der Stadt Kiel eine Machbarkeitsstudie erstellt. Es ging um die Verlagerung und Reattraktivierung der Schleusenausstellung. Von einem Neubau war die Rede, in der Nähe des Maschinenmuseums in der Wik, mit zeitgemäßer, multimedialer Ausstattung. Der Traum ist vorerst ausgeträumt. „Das erfordert Millionenbeträge. Bisher wurde kein Geldgeber gefunden. Ich habe keine Hoffnung auf eine zeitnahe Lösung“, sagte WSA-Leiter Dieter Schnell.


Schleusenausstellung – Maritimes Viertel e. V., Arkonastrasse 1 in Kiel-Wik, ehemalige Technische Marineschule, Öffnungszeiten: Sonnabends, 14 bis 17 Uhr nach Absprache. Mehr zum heutigen Kulturmeilenfest von 11 bis 21 Uhr, zur NOK-Romantika im Maritimen Viertel und zum Verein im Internet: www.maritimesviertel.de

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