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SonderBriefmarke : Jetzt geht der Leuchtturm auf Reisen

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Seit gestern ziert der Holtenauer Leuchtturm eine Sonderbriefmarke der Deutschen Post. Darüber freut sich neben Philatelisten und der Kanalverwaltung vor allem der Kieler Oberbürgermeister. Er setzt angesichts der Auflage von 4,5 Millionen auf den Werbe-Effekt der kleinen gezackten Bilder.

shz.de von
erstellt am 09.Jun.2017 | 18:49 Uhr

Über Schönheit lässt sich bekanntlich streiten. Doch die historische Bedeutung des Holtenauer Leuchtturms an der Einfahrt zum Nord-Ostsee-Kanal und seine architektonische Einzigartigkeit sind weit über Schifffahrtskreise anerkannt. Deshalb wurde es auch höchste Eisenbahn – um ein Bild aus der anderen Verkehrsbranche zu entleihen –, dass das markante Bauwerk endlich seine Würdigung auf einer Sonderbriefmarke der Deutschen Post erfährt. Der erste Ausgabetag war gestern auf der Schleuseninsel Anlass für eine große Feierstunde.

Dieter Schnell, Leiter des WSA (Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt) in Holtenau, sprach von einem „Wahrzeichen für den Nord-Ostsee-Kanal“. Fast ein wenig neidisch blickte er zu seiner Amtskollegin in Tönning: „Sie hat schon etliche Briefmarken veröffentlichen dürfen.“ Man muss wissen: Die Serie „Leuchttürme der deutschen Küsten“ läuft bereits seit 2004, alljährlich veröffentlicht die Post in schöner Ausgewogenheit zwei Sondermarken mit jeweils einem Turm der Nordsee- und der Ostseeküste.

Jetzt also folgen mit „Bremerhaven Unterfeuer“ und „Kiel-Holtenau“ die Teile 25 und 26. Die Auflage beider Briefmarken liegt bei 4,5 Millionen Euro, wie Matthias Haß vom Bundes-Finanzministerium bekannt gab. Die Bremerhaven-Marke trägt den 70-Cent-Aufdruck und wird damit künftig Briefe schmücken, das Kieler Postwertzeichen mit seinen 45 Cent dürfte sich dagegen vornehmlich auf Postkarten wiederfinden. Doch das muss kein Nachteil sein, wie Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer weiß. „Na klar, für jede Stadt ist dies eine große Ehre.“ Allein die Ansichtskarten der Sommertouristen an der Kieler Förde dürften den Holtenauer Leuchtturm vieltausendfach auf Reisen bringen.

Kämpfer erinnerte an die große Bedeutung des Kanals, dessen Bau 1888 begann, im deutschen Drei-Kaiser-Jahr, und der bereits sieben Jahre später fertiggestellt war. Einen Hinweis auf die heutigen, nach Jahrzehnten bemessenen Planungs- und Bauzeiten konnte sich Kämpfer dabei nicht verkneifen. Wie dem auch sei: Das erste Signalfeuer am Holtenauer Ufer gegen Ende des 19. Jahrhunderts, die ersten Schiffe im damaligen Kaiser-Wilhelm-Kanal zeigten Wirkung. „Der Leuchtturm in Holtenau ist Symbol für den Aufstieg der Stadt Kiel“, erklärte Kämpfer.

Der Holtenauer Turm ist auf einem achteckigen (!) Unterbau errichtet, wo sich auch die Drei-Kaiser-Halle mit eigenem Eingangsbereich befindet. Das historische Gemäuer wird von der WSA gut in Schuss gehalten und verrichtet bis heute seine Dienste für die Schifffahrt. Beliebt ist der Leuchtturm auch bei verliebten Paaren – auf Anfrage dient er als Standesamt. Ulf Kämpfer nutzte im Übrigen die Chance, Matthias Haß noch einmal auf das Jubiläum zu „100 Jahre Kieler Matrosenaufstand“ hinzuweisen. Die Stadt hat längst ganz offiziell beantragt, auch dieses Ereignis 2018 mit einer Sonderbriefmarke zu würdigen.
 
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> Beim maritimen Fest „Tag am Kai“ am Sonntag, 11. Juni, können Philatelisten die druckfrische Sonderbriefmarke samt Sonderstempel am Leuchtturm Holtenau erwerben. Von 11 bis 17 Uhr besteht außerdem die Möglichkeit zur Turmbesichtigung.

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