zur Navigation springen

Krematorium : Jährlich 7000 Einäscherungen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Gut 400 Besucher nutzten den Tag der offenen Tür im Krematorium. Sie ließen sich die Prozedur erklären und erfuhren auch, warum trotz 7000 Einäscherungen im Jahr Verwechslungen ausgeschlossen sind.

shz.de von
erstellt am 08.Nov.2015 | 14:53 Uhr

Dreieinhalb bis vier Kilogramm Asche ist das, was physisch von einem Menschen nach einer Feuerbestattung übrigbleibt. Das erfuhren die Besucher beim Tag der offenen Tür neben anderen Einzelheiten im Kieler Krematorium. Geschäftsführer Ralf Paulsen zählte über 400 Besucher, die sich über die Arbeit des Krematoriums informierten. Die Einrichtung wird seit 2002 von der Feuuerbestattungen Schleswig-Holstein GmbH geführt.

Und immer wieder wurde die Frage gestellt, ob die Asche in der Urne auch wirklich vom Verstorbenen stammt. Die Experten konnten alle Zweifel beseitigen. Betriebsleiter Wolfgang Wendeborn und seine Mitarbeiter erklärten die Arbeitsweise, die Sicherungsvorkehrungen und auch die Umweltauflagen, die mit dem Betrieb verbunden sind. So werden die persönlichen Daten des Verstorbenen von der Einlieferung durch den Bestatter bis hin zum Abfüllen der Asche in die Aschekapsel akribisch genau erfasst. Die EDV-Technik auf der einen Seite sowie ein unzerstörbarer Schamottestein auf der anderen Seite schließen Fehler und Verwechslungen aus.

Denn dieser robuste Stein mit der individuellen Kennzeichung kommt mit in die Aschekapsel. Vorher wird übrigens jeder Verstorbene amtsärztlich untersucht. Die Ofenklappe öffnet sich erst, wenn alle Daten stimmen und das EDV-System sie freigibt. Was am Ende in der Kapsel landet, ist nur die gereinigte Asche des Verstorbenen und der Grabbeigaben. Die Holzasche des Sarges wird bereits bei der Verbrennung abgesondert.

Vier Öfen sind in Kiel in der Woche täglich von 4 Uhr morgens bis 21 Uhr am Abend in Betrieb, etwa 7000 Einäscherungen nimmt das Kieler Krematorium pro Jahr vor. Ungefähr 80 Prozent sämtlicher Bestattungen im Kieler Raum sind Feuerbestattungen, wie Ralf Paulsen den Besuchern in der großen Trauerhalle des Krematoriums erklärte. Sonja Hansen aus Bredstedt und Sabine Nohns aus Passade sahen den Besuch beim Tag der offenen Tür als ganz persönliche Entscheidungshilfe an. „Irgendwann beschäftigt man sich mit dem Thema und fragt sich dann, was man selbst später einmal möchte“, erklärte Sabine Nohns.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen