Deal mit ThyssenKrupp Marine Systems : Israel unterzeichnet Vertrag: In Kiel werden vier Kriegsschiffe gebaut

„Äußerst wichtige Vereinbarung“: Die Korvetten sollen Gasfelder vor der israelischen Küste schützen.

shz.de von
11. Mai 2015, 15:21 Uhr

Tel Aviv/Kiel | Israel lässt in Deutschland vier Kriegsschiffe im Wert von 430 Millionen Euro bauen. Den Vertragsabschluss teilten das israelische Verteidigungsministerium und ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) am Montag mit. TKMS fertigt die Korvetten gemeinsam mit der benachbarten Werft German Naval Yards, die bis vor kurzem noch Abu Dhabi Mar hieß. TKMS baut in Kiel auch U-Boote für Israel und wird an diesem Mittwoch von Staatspräsident Reuven Rivlin besucht.

An der Unterzeichnungszeremonie in Tel Aviv habe unter anderem Andreas Burmester teilgenommen, Vorsitzender der Geschäftsführung von TKMS, teilte das Verteidigungsministerium weiter mit. Die vier modernen Korvetten sollten der israelischen Marine zur Sicherung der Wirtschaftszone im Mittelmeer dienen. Damit sind die Gasfelder vor der Küste Israels gemeint. Deutschland werde mit 115 Millionen Euro etwa ein Drittel des Handels finanzieren. Die Boote sollten binnen fünf Jahren ausgeliefert werden.

Die TKMS-Werft in Kiel (früher HDW) will das fünfte von sechs U-Booten für Israel noch in diesem Jahr übergeben. Die „Rahav“ war bereits 2013 in Anwesenheit israelischer Militärs auf der Werft getauft worden. Die Exportgenehmigung liegt vor. Das vierte U-Boot für Israel wurde im vergangenen September ausgeliefert und kostete rund 600 Millionen Euro.

Der Vertrag über die Korvetten wurde in Tel Aviv einen Tag vor dem 50. Jubiläum der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und Israel abgeschlossen. Deutsche Waffenexporte an Israel sind umstritten. Seit Jahrzehnten wird Israel unabhängig von der jeweiligen Lage im Nahost-Konflikt mit Rüstungsgütern aus Deutschland versorgt.

Das israelische Verteidigungsministerium habe darauf bestanden, dass alle Waffensysteme auf den Booten aus israelischer Herstellung stammen, hieß es. Damit sollten Aufträge in großem Umfang für die israelische Rüstungsindustrie gesichert werden. Die deutsche Werft habe sich zu Gegenkäufen in Israel im Wert von mehr als 700 Millionen Schekel (etwa 163 Millionen Euro) verpflichtet.

Der Leiter des israelischen Verteidigungsministeriums, Dan Harel, sprach von einer „äußerst wichtigen Vereinbarung“. Sie werde Israels Fähigkeit zum Schutz der strategisch wichtigen Gasfelder „dramatisch verbessern“.

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